568 Jahre Knast für Mafiosi

Reggio Calabria - In Süditalien sind 93 Mitglieder der kalabrischen Mafia in einem Massenprozess zu insgesamt 568 Jahren Haft verurteilt worden.

Die höchste am Donnerstag von einem Richter in Reggio Calabria verhängten Freiheitsstrafe gegen Mitglieder der 'Ndrangheta belief sich dabei auf 14 Jahre und acht Monate für den Mafia-Boss Giuseppe Commisso. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, wurden 34 Angeklagte freigesprochen. In dem Prozess hatte die Staatsanwaltschaft für 108 Mafiosi insgesamt 1600 Jahre Haft gefordert, erheblich mehr, als jetzt vom Richter verhängt wurden.

Wie bereits bei einem im November in Mailand abgeschlossenen Massenverfahren ging es um ein rund um die lombardische Metropole aufgebautes Netz der süditalienischen 'Ndrangheta. Dieses war 2010 mit der Polizeioperation “Crimine“ (Verbrechen) zerschlagen worden.

Mehr als 300 mutmaßliche Mafiosi wurden damals in Mailand und in Kalabrien verhaftet. Bei dem Prozess im norditalienischen Mailand erhielten 110 Mitglieder der 'Ndrangheta Haftstrafen. Sie wurden für schuldig befunden, in Norditalien eine regelrechte Dachorganisation betrieben zu haben: So machten über 15 lokale kriminelle Organisationen vor allem im Bauwesen kriminelle Geschäfte und unterwanderten die Politik.

Das im Juli 2010 durch die Großrazzien aufgedeckte Vordringen der süditalienischen Mafia in den Norden hatte großes Aufsehen erregt. Mafia-Jäger hatten zuvor immer wieder vor der Infiltration des reichen Nordens durch das organisierte Verbrechen gewarnt. Die kalabrische 'Ndrangheta gilt in Ermittlerkreisen als die derzeit schlagkräftigste der großen italienischen Mafia-Organisation.

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