Iran will Steinigung wegen Ehebruchs überdenken

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Symbolische Steinigung des Teufels während der Hadsch.

Berlin - Der Iran wird nach den Protesten von Menschenrechtlern aus aller Welt möglicherweise auf die Steinigung einer zum Tode verurteilten Frau verzichten.

Das Urteil gegen die 43-jährige Sakineh Ashtiani wegen angeblichen Ehebruchs könnte revidiert werden, berichteten örtliche Medien am Samstag unter Berufung auf Aussagen von Mohammed-Javad Laridschani, Generalsekretär des iranischen Menschenrechtsrates. Unter anderem hatten sich Regierungen und Prominente, darunter auch die Außenminister Deutschlands und Großbritanniens, Guido Westerwelle und William Hague, gegen die Vollstreckung des grausamen Urteils ausgesprochen. Wenn der Iran auf die Steinigung verzichte, bedeute dies jedoch nicht, dass die iranische Justiz der “Kampagne des Westens“ nachgebe, sagte Laridschani.

Die Steinigung als Methode zur Vollstreckung von Todesurteilen wird außer im Iran nur noch in Afghanistan angewendet. Die Opfer werden in ein Erdloch eingegraben und von Freiwilligen mit Steinen beworfen, bis sie sterben. Wer sich jedoch aus eigener Kraft aus dem Loch befreien kann, ist frei. Männer werden bis zur Hüfte eingegraben - Frauen bis zum Nacken. Sie haben keinerlei Überlebenschance. Eigentlich hat die iranische Justiz die Gerichte angewiesen, auf Urteile mit Steinigung zu verzichten. Dennoch werden solche Urteile - vor allem in ländlichen Gegenden - weiterhin gesprochen. Die Strafe wird ausschließlich für illegalen Sex, etwa bei Ehebruch ausgesprochen.

Die Kinder der Verurteilten bestreiten, dass ihre Mutter sich überhaupt einer Straftat schuldig gemacht hat. Es gebe keinerlei Beweise für den angeblichen Ehebruch, das Urteil sei aus dem Ermessen des Richters gefällt worden. Von einem anderen Gericht war die Frau bereits zu 90 Peitschenhieben verurteilt worden.

dpa

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