Im Freibad

In letzter Sekunde: Zehnjährige rettet Dreijährigem das Leben

Am Donnerstagnachmittag bot sich einem Mädchen im Freibad ein grauenvoller Anblick. Die Zehnjährige sah ein Kleinkind reglos im Wasser treiben - und handelte sofort. 

Sankt Johann - Ein kleines Mädchen aus Österreich besitzt mit seinen jungen zehn Jahren offenbar schon mehr Courage als so mancher Erwachsener - denn das Kind entschloss sich am Donnerstagnachmittag zu einer selbstlosen Tat, die nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben eines dreijährigen Jungen maßgeblich beeinflussen sollte.

Das Mädchen genoss gerade die sommerlichen Temperaturen im beliebten Erlebnisbad Schwarzach (Sankt Johann im Pongau), als sie im Hauptschwimmbecken plötzlich etwas Ungewöhnliches, vor allen Dingen aber Grauenvolles bemerkte: Ein dreijähriger Junge trieb reglos im Wasser. 

Das Mädchen geriet trotz des erschütternden Anblicks nicht in Panik

Doch glücklicherweise entpuppte sich die Zehnjährige sogleich als wahrer Schutzengel. Ohne auch nur eine einzige, wertvolle Sekunde zu verschwenden sprang sie ins Becken und zog das Kleinkind ganz allein an den Rand. Dies bestätigte die Landespolizeidirektion Salzburg im Gespräch mit dem „Kurier“

Nur weil das Mädchen so beherzt eingegriffen hatte, konnten der Bademeister und eine weitere Freibadbesucherin denn Jungen anschließend sofort reanimieren und damit sein Leben retten. Laut der Polizei schwebte der Junge noch vor Eintreffen des Notarztes nicht mehr in ernsthafter Lebensgefahr. Er sei bereits bei Bewusstsein gewesen und konnte selbstständig atmen. Die Notarztbesatzung vom Roten Kreuz brachte ihn schließlich zur stationären Beobachtung ins Krankenhaus.

Die Unfallursache ist noch ungeklärt

Warum das ahnungslose Mädchen überhaupt zur Lebensretterin avancieren musste und der Junge zuvor so schutzlos im Wasser trieb, ist bislang noch unklar.

Doch obwohl es vielen Eltern schier unbegreiflich sein mag, sind solche und ähnliche Fälle bei weitem keine Seltenheit. Die erschreckende Statistik: In Deutschland kamen bei Badeunfällen allein im Jahr 2016 über 500 Menschen ums Leben; darunter auch einige Kinder. In Österreich wiederum gilt das Ertrinken laut dem „Standard“ als die zweithäufigste Todesursache bei Minderjährigen.

sl

Rubriklistenbild: © dpa picture alliance / Ralf Hirschbe

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