BP vor immer neuen Problemen im Kampf gegen Ölpest

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Die Ölpest nimmt immer dramatischere Ausmaße an.

Washington - BP ringt im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko weiter mit technischen Schwierigkeiten. Wohl erst am Dienstag beginne der Konzern mit dem Versuch, die sprudelnde Ölquelle zu schließen, sagte BP-Manager Doug Suttles.

Die Vorbereitungen am Meeresboden seien zu kompliziert, um wie ursprünglich geplant an diesem Wochenende starten zu können. Zudem werde es eine Woche dauern, bis man wisse, ob die geplante Methode das Loch tatsächlich schließe, berichteten US-Medien am Samstag. BP will mit hohem Druck eine schwere Flüssigkeit in das Bohrloch schießen und es dann mit Zement versiegeln. "Es ist schwierig vorherzusagen, wie viel Zeit wir dafür benötigen", sagte Suttles. In die Operation seien drei große Schiffe und 16 Unterwasser-Roboter eingebunden.

Die außer Kontrolle geratene Öl-Quelle pumpt seit der Explosion auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" vor einem Monat tonnenweise Rohöl ins Meer. Die giftige Brühe gelangt durch zwei Risse ins Wasser, die nach dem Sinken der Plattform in 1500 Metern Tiefe in Rohren entstanden sind.

Probleme hat BP auch damit, das Öl aus dem größeren der beiden Lecks abzusaugen. Letzen Messungen zufolge konnte der Konzern in 24 Stunden rund 350 Tonnen Öl abpumpen, nur noch halb so viel, wie er am Tag zuvor berichtet hatte. Zeitweise komme so viel Gas aus der Öffnung, dass nahezu kein Öl aufgefangen werden könne, sagte Suttles. Live-Videos im Internet zeigen, dass aus dem Riss massenhaft Öl an der Saugleitung vorbei ins Meer strömt.

Während BP mit der Technik kämpft, leitete US-Präsident Barack Obama eine ausführliche Untersuchung der Umweltkatastrophe ein. Er habe eine unabhängige Kommission eingesetzt, die innerhalb eines halben Jahres einen Bericht über die Ursachen des Öl-Unfalls vorlegen und Konsequenzen vorschlagen soll, sagte Obama am Samstag in seiner wöchentlichen Fernsehansprache. "Wir müssen uns genau anschauen, wie die Ölindustrie arbeitet und wie wir sie regulieren."

Die überparteilich besetzte Kommission wird zwei Vorsitzende haben: den ehemaligen Gouverneur von Florida und Demokraten Bob Graham sowie den Republikaner William K. Reilly, der unter anderem Chef der US-Umweltbehörde und Präsident der Umweltstiftung WWF war. Die anderen fünf Mitglieder will Obama in den kommenden Tagen benennen. Er sagte, dass Ingenieure, Wissenschaftler und Umweltschützer vertreten sein werden. Die Kommission steht in der Tradition der Gremien, die nach der Explosion des Space-Shuttles "Challenger" 1986 und dem Atomunfall von Harrisburg 1979 Nachforschungen anstellten.

Obamas Regierung ist in der Umweltkrise selbst unter massiven Druck geraten. Experten und Kritiker im Kongress lasten Washington an, sich seit Beginn der Ölpest viel zu stark auf die BP-Angaben über das Ausmaß des Desasters verlassen zu haben. Außerdem sei die Ölindustrie über Jahre viel zu lax überwacht worden.

Derweil könnte BP im Kampf gegen die Ölpest prominente Unterstützung bekommen: Hollywood-Star Kevin Costner (55) will helfen. Ein von seinem Unternehmen seit 15 Jahren entwickeltes System mit einer zentrifugalen Öl-Scheidevorrichtung könnte zum Einsatz kommen, berichtete die "Los Angeles Times" am Freitag. Die Geräte funktionieren demnach wie Staubsauger, die öliges Wasser aufsaugen, um reines Öl und fast pures Wasser getrennt auszuspucken.

Wenn alles nach Plan laufe, könnten in der Golfregion 26 von Costners Maschinen platziert werden, die täglich 2 Millionen Gallonen (7,6 Millionen Liter) Wasser säubern könnten. Erste Tests mit sechs der massiven Stahl-Separatoren planten BP und die US-Küstenwache bereits in der kommenden Woche.

dpa

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