Tierschützer prangern an

Hundert Hunde lebendig begraben?

Alxa/Peking - Schwere Vorwürfe einer Tierschutzorganisation: Etwa hundert streunende Hunde sollen in Asien bei lebendigem Leib begraben worden sein.

Ein neuer Fall mutmaßlicher Tierquälerei erschüttert China: Die örtlichen Behörden in der Stadt Alxa in der Inneren Mongolei sagten am Sonntag eine Untersuchung von Vorwürfen einer Tierschutzorganisation zu, denen zufolge etwa hundert streunende Hunde bei lebendigem Leib begraben worden sein sollen. Die Aktivisten waren von einer Frau alarmiert worden, die nach ihrem Hund suchte.

Den Angaben zufolge warfen als außerordentlich brutal geltende örtliche Ordnungskräfte, sogenannte Chengguan, die Hunde in eine fast zwei Meter tiefe Grube neben einer Müllkippe und schütteten diese zu. Ein Foto von den in der Grube zusammengepferchten Tieren fand seinen Weg ins Internet und löste massive Kritik in Chinas sozialem Onlinenetzwerk Sina Weibo aus.

Als die Tierschützer allerdings am Freitag mit einem Bagger zum Ort des Geschehens kamen, fanden sie nach eigenen Angaben nur noch sechs tote Hunde. An den Kadavern fanden sich demnach allerdings von einem anderen Bagger verursachte Schäden, weshalb sie davon ausgingen, dass die restlichen Hunde wieder ausgegraben und fortgeschafft worden waren, um die Spuren zu verwischen.

Ein Chengguan-Vertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, es sei eine Untersuchung eingeleitet worden. Er wies den Verdacht zurück, die Ordnungskräfte seien für die Tat verantwortlich: "Ich kann versichern, dass wir so etwas nicht getan haben", sagte der Ordnungsbeamte. Außerdem sei seine Einheit "nicht für streunende Hunde zuständig".

In China verfügen nach Angaben der Forschungsgruppe Euromonitor inzwischen mehr als 30 Millionen Haushalte über einen Hund oder eine Katze. Immer wieder gibt es Berichte über grausame Tierquälerei. Im vergangenen Mai wurden nach offiziellen Angaben nahe der Hauptstadt Peking dutzende Katzen getötet, um an ihre Felle zu kommen.

AFP

Rubriklistenbild: © AFP

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