Hochwasserlage in Polen bleibt ernst

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Flut in Polen.

Warschau/Potsdam - Die Hochwasserlage an den beiden größten Flüssen Polens, Weichsel und Oder, bleibt ernst. Brandenburg hingegen bleibt bisher verschont.

Der Scheitel der Oder-Flutwelle bewege sich auf Glogow (Glogau) in Niederschlesien zu, meldete die Nachrichtenagentur PAP am Montagabend. In zehn niederschlesischen Landkreisen an der Oder gilt weiterhin Hochwasseralarm. An der Grenze zu Deutschland bereitet sich inzwischen Slubice (früher: Dammvorstadt) auf die Flutwelle vor. Das dortige Krankenhaus nehme keine neuen Patienten auf, ab Mittwoch sollen Schwerkranke in andere Städte gebracht werden, teilte das Stadtamt in Slubice mit. Weiter angespannt ist die Situation an der Weichsel bei Plock, 100 Kilometer nordwestlich von Warschau. Hunderte Feuerwehrleute, Soldaten und freiwillige Helfer versuchten dort nach einem Deichriss in Swinary die Wassermassen unter die Kontrolle zu bekommen.

Angesichts der wachsenden Hochwassergefahr an der Oder soll in Potsdam im Tagesverlauf die brandenburgische Katastrophenschutz- Leitung zusammenkommen. Unter Führung von Innenminister Rainer Speer (SPD) will sich das Gremium über die aktuelle Lage am Fluss informieren und Abwehrmaßnahmen erörtern. Auch der Katastrophenschutzstab will die Arbeit aufnehmen. An zwei Abschnitten der Oder gilt derzeit die niedrigste Alarmstufe 1. Die Weichsel hat ein Gebiet von mehr als 8000 Hektar Land mit 23 Ortschaften überflutet. Mit Sprengung der Deiche wurde versucht, die Weichsel in ihr Flussbett zu zwängen. Aus der Krisenregion wurden 2400 Menschen in Sicherheit gebracht. Der Hochwasserscheitel der Weichsel passierte am Abend Thorn und floss weiter in Richtung Ostsee.

Gegen die Fluten kämpften in ganz Polen 14.500 Feuerwehrleute und mehr als 4000 Soldaten. Eingesetzt wurden zudem 6000 Häftlinge. Die Regierung von Donald Tusk will am Dienstag über milliardenschwere Hilfen für die Flutopfer beraten. Die Schäden könnten sich nach ersten Schätzungen auf mehr als 10 Milliarden Zloty (2,5 Milliarden Euro) belaufen.

dpa

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