Hunderttausende mobilisiert

Massenprotest gegen Waffengewalt bewegt USA

Beobachter schauen von einem Balkon auf die Menschenmassen, die beim "Marsch für unsere Leben" in Washington gegen Waffengewalt demonstrieren. Foto: Jose Luis Magana/AP
1 von 11
Beobachter schauen von einem Balkon auf die Menschenmassen, die beim "Marsch für unsere Leben" in Washington gegen Waffengewalt demonstrieren. Foto: Jose Luis Magana/AP
Eine unüberschaubare Menschenmenge protestiert in Washington beim "Marsch für unsere Leben" gegen die grassierende Waffengewalt in den USA. Foto: Alex Brandon/AP
2 von 11
Eine unüberschaubare Menschenmenge protestiert in Washington beim "Marsch für unsere Leben" gegen die grassierende Waffengewalt in den USA. Foto: Alex Brandon/AP
Auch in New York gingen Zehntausende für schärfere Waffengesetze auf die Straße. Foto: Craig Ruttle/AP
3 von 11
Auch in New York gingen Zehntausende für schärfere Waffengesetze auf die Straße. Foto: Craig Ruttle/AP
Protest gegen Waffengewalt in Parkland, wo ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen hatte. Foto: Joe Skipper/AP
4 von 11
Protest gegen Waffengewalt in Parkland, wo ein 19-Jähriger 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen hatte. Foto: Joe Skipper/AP
Solidarität in London: Demonstration für strengere Waffengesetze in den USA vor der amerikanischen Botschaft. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire
5 von 11
Solidarität in London: Demonstration für strengere Waffengesetze in den USA vor der amerikanischen Botschaft. Foto: Stefan Rousseau/PA Wire
"Marsch für unsere Leben" in Washington. Foto: Jose Luis Magana/AP
6 von 11
"Marsch für unsere Leben" in Washington. Foto: Jose Luis Magana/AP
Die Proteste begannen direkt nach dem Massenmord in Parkland: Überlebende Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School demonstrieren im Florida State Capitol. Foto: Gerald Herbert/AP
7 von 11
Die Proteste begannen direkt nach dem Massenmord in Parkland: Überlebende Schüler der Marjory Stoneman Douglas High School demonstrieren im Florida State Capitol. Foto: Gerald Herbert/AP
Gedenken: Die Namen der Todesopfer von Parkland sind auf Kerzen geschrieben. Foto: Greg Lovett/Palm Beach Post via ZUMA Wire
8 von 11
Gedenken: Die Namen der Todesopfer von Parkland sind auf Kerzen geschrieben. Foto: Greg Lovett/Palm Beach Post via ZUMA Wire

Die Überlebenden des Schulmassakers von Parkland sind nicht allein. Hunderttausende schließen sich ihrem Protest gegen die Waffenlobby NRA und die Politik an. In bewegenden und kämpferischen Reden machen sie klar, dass sie nicht locker lassen wollen.

Washington (dpa) - Mit Massenprotesten haben Hunderttausende Menschen in den USA den Druck auf die mächtige Waffen-Lobby und die Politik erhöht.

Mehr als einen Monat nach dem Schulmassaker von Parkland folgten nach Schätzungen allein in Washington mindestens eine halbe Million vorwiegend junge Menschen dem Aufruf zu einem "Marsch für unsere Leben". Überlebende Schülern des Angriffs vom 14. Februar mit 17 Toten führten die Demonstration an. Unter dem Motto "genug ist genug" betrauerten die Teenager ihre toten Klassenkameraden und forderten striktere Waffengesetze. In zahlreichen US-Städten und auch im Ausland gab es Solidaritätskundgebungen.

Viele Medien nannten die US-Märsche historisch. Luftaufnahmen zeigten vielerorts ein Meer von Menschen. Die zentrale Kundgebung in Washington war eine der größten in der jüngeren Geschichte der USA. Immer wieder sagten junge Redner und Rednerinnen der mächtigen Waffenlobby NRA den Kampf an - und Politikern, die sich ihr beugen.

Oder sie drückten ihren Protest mit Schweigen aus - wie die Parkland-Schülerin Emma Gonzalez, die mehrere Minuten wortlos vor der Menge stand, um die Dauer der Schüsse in ihrer Schule zu symbolisieren. Zu den besonders bewegenden Augenblicken zählte auch ein Auftritt der neunjährigen Enkeltochter des vor fast 50 Jahren ermordeten schwarzen Bürgerrechtlers Martin Luther King.

Die NRA reagierte zunächst nicht auf die großen Protestmärsche, hatte aber kurz vor deren Auftakt ein Video zur Mitgliederwerbung auf Facebook veröffentlicht. Darin hieß es, die Proteste seien nicht spontan, vielmehr steckten "waffenhassende Milliardäre und Hollywood-Eliten" dahinter. Sie würden Kinder manipulieren und benutzen, um den Verfassungsartikel über das Recht auf Waffenbesitz zu zerstören "und uns das Recht zu nehmen, uns und unsere Lieben zu verteidigen". Dann wurde dazu aufgerufen, der NRA beizutreten, "um für die Sicherheit unserer Kinder zu kämpfen".

An der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland (Florida) hatte ein 19-Jähriger am 14. Februar 14 Jugendliche und drei Erwachsene erschossen. Seitdem haben Gonzalez und weitere überlebende Schüler eine Protestbewegung gestartet, der sich immer mehr Menschen anschließen.

Bei der Demo in Washington traten auch Stars wie Miley Cyrus, Ariana Grande und Jennifer Hudson auf. Prominente wie Schauspieler Matthew McConaughey und Ex-Beatle Paul McCartney kamen zu großen Kundgebungen in anderen US-Städten wie Parkland, Chicago, Boston, Philadelphia, Miami, Houston, Los Angeles sowie New York, der Heimatstadt von US-Präsident Donald Trump.

Weltweit gab es ebenfalls Solidaritätsaktionen, so in Sydney (Australien), Tel Aviv (Israel), London (Großbritannien. In Berlin kamen etwa 150 Menschen zum Protest vor dem Brandenburger Tor zusammen. In München versammelten sich 175 bis 200 Teilnehmer, in Hamburg waren es etwa 100 Teilnehmer.

Trump hielt sich am Wochenende auf seinem privaten Luxusanwesen Mar-a-Lago in Florida auf. Das Weiße Haus veröffentlichte jedoch eine Erklärung, in der es hieß: "Wir applaudieren den vielen mutigen jungen Amerikanern, die heute ihr Verfassungsrecht nach Artikel 1 (Recht auf freie Meinungsäußerung) ausüben. Unsere Kinder zu schützen ist eine Top-Priorität des Präsidenten (...)."

Die Parkland-Aktivisten dagegen werfen Trump wie auch dem Kongress vor, nichts gegen die Waffengewalt im Land zu tun. Sie fordern unter anderem ein völliges Verbot von Sturmgewehren für Zivilisten und eine generelle Heraufsetzung des Alters bei Waffenkäufen auf 21 Jahre. Trump hatte zwar diesen Monat unter dem Druck der Proteste ein Maßnahmenbündel zur Schulsicherheit verkündet, aber praktisch nichts zur Verschärfung der Waffengesetze unternommen. Auch der Kongress ist weitgehend untätig geblieben.

Zwar stellte das Justizministerium am Freitag ein Verbot von Schnellfeueraufsätzen in Aussicht, die halbautomatische Waffen zu Maschinengewehren umfunktionieren. Aber diesen Schritt halten die Aktivisten für bei weitem nicht ausreichend.

Das könnte Sie auch interessieren

Diepholzer Großmarkt am Freitag

Das Großmarkt-Angebot ist auch dieses Jahr groß. Im Festzelt „Kulinarische Weltreise“ werden wieder internationales Spezialitäten angeboten.
Diepholzer Großmarkt am Freitag

Klimmzüge in der Fußgängerzone für den guten Zweck

Seit 10 Uhr am Samstag machen in der Rotenburger Fußgängerzone in Höhe des Schäfer-Museums Menschen Klimmzüge für den guten Zweck. Die Organisation …
Klimmzüge in der Fußgängerzone für den guten Zweck

Spendenlauf der Kantor-Helmke-Schule in Rotenburg

„Zehn, neun, acht, sieben... eins, los!“ – laut ist am Freitag das Herunterzählen des Starters des jährlichen Cross-Laufs der Rotenburger …
Spendenlauf der Kantor-Helmke-Schule in Rotenburg

Fotostrecke: So lief das Abschlusstraining vor dem Nürnberg-Spiel

Abschlusstraining! So lief die Einheit bei Werder Bremen einen Tag vor dem Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg.
Fotostrecke: So lief das Abschlusstraining vor dem Nürnberg-Spiel

Meistgelesene Artikel

Hai-Attacke: Schwimmer ignoriert Warnschilder und bezahlt das mit seinem Leben

Hai-Attacke: Schwimmer ignoriert Warnschilder und bezahlt das mit seinem Leben

Wie peinlich! Airline schreibt Namen auf Flugzeug falsch, aber reagiert grandios

Wie peinlich! Airline schreibt Namen auf Flugzeug falsch, aber reagiert grandios

Schlimmstes Date aller Zeiten? Mann geht auf die Toilette und schickt ihr eine unglaubliche SMS

Schlimmstes Date aller Zeiten? Mann geht auf die Toilette und schickt ihr eine unglaubliche SMS

122 Kühe verschwinden auf einen Schlag - Dieser Plan steckte wohl dahinter

122 Kühe verschwinden auf einen Schlag - Dieser Plan steckte wohl dahinter

Kommentare