Historiker: Türkei wird Völkermord an Armeniern nie zugeben

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Der Bochumer Historiker Mihran Dabag

Bochum - Der Bochumer Historiker Mihran Dabag bezweifelt, dass die Türkei trotz der Annäherung an Armenien jemals bereit sein wird, den ihr vorgeworfenen Genozid an den Armeniern zuzugeben.

Mit der Einsetzung einer internationalen Historikerkommission, die die Ermordung der armenischen Bevölkerung in der Türkei zwischen 1915 und 1917 untersuchen soll, strebe die Türkei lediglich die Relativierung der Geschehnisse an, sagte der armenischstämmige Direktor des Instituts für Diaspora- und Genozidforschung am Mittwoch im “Deutschlandradio Kultur“.

“Ich bin der Meinung, dass die Erforschung eines Genozids zunächst die Anerkennung dieser Tat voraussetzt. Ansonsten bleibt die Diskussion in der Frage: Völkermord ja oder nein? stecken“, sagte Dabag. Kritisch beurteilt er die weltweit positiven Reaktionen auf die Historikerkommission: “Die Staaten sind erleichtert, weil sie eine Sorge los sind oder los werden möchten.“

1,5 Millionen Armenier sollen ums Leben gekommen sein

Nach armenischen Angaben und Zahlen des Zentrums gegen Vertreibungen in Wiesbaden starben bei den Deportationen 1915/16 rund 1,5 Millionen Menschen. Die Türkei geht von etwa 200.000 Toten aus. Die Vertreibung wurde damit begründet, dass die christlichen Armenier an der Seite des Kriegsgegners gestanden hätten. Die Gräueltaten haben mehr als ein Dutzend Staaten als Völkermord gewertet. Die Türkei weist diese Bezeichnung entschieden zurück.

dpa

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