Zwischen Schnee und Trümmern

Hilfe unter Extrembedingungen nach neuen Erdbeben in Italien

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Wie hier in Aringo in der Nähe von Montereale müssen die Straßen im Erdbebengebiet vom Schnee befreit werden.

Rom - Zwischen Schnee und Trümmern suchen die Einsatzkräfte in der Erdbebenregion in Mittelitalien auch am Tag nach der neuen Serie schwerer Erdstöße weiter nach Verschütteten. Aufatmen können die Menschen aber nicht.

Nach der neuen Erdbebenserie in Mittelitalien gehen die Rettungsarbeiten in der eingeschneiten Region am Donnerstag weiter. Fünf Monate nach dem verheerenden Beben von Amatrice hatten am Mittwoch vier starke und zahlreiche schwächere Beben das bergige Gebiet heimgesucht. Schneemassen und Kälte erschwerten die Rettungsarbeiten. Einige Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten, Tausende Haushalte ohne Strom.

Einsatzkräfte bargen am Mittwochabend eine Leiche aus den Trümmern eines Hauses in der Gemeinde Castel Castagna in der Provinz Teramo. Zuvor hatte die Feuerwehr nach eigenen Angaben auf Twitter eine 30-Jährige und einen 17 Jahre alten Jungen gerettet, beide kamen mit Unterkühlungen ins Krankenhaus.

Der Zivilschutz nannte die Bedingungen für die Helfer angesichts der Temperaturen und des Schnees „extrem“. In der Gemeinde Farindola in der Region Pescara verschüttete eine womöglich von den Erdstößen ausgelöste Lawine ein Hotel. Italienische Medien berichteten von einem Hilferuf Eingeschlossener, der per SMS abgesetzt worden sei. „Hilfe, Hilfe, wir sterben vor Kälte“, zitierten die Nachrichtenagentur Ansa und die Zeitung „La Repubblica“ aus der Textnachricht. Einsatzkräfte der Feuerwehr und der Bergrettung seien unterwegs zu dem Unglücksort, berichtete der Zivilschutz in der Nacht zu Donnerstag.

Binnen einer Stunde hatten drei schwere Erdstöße - alle mit einer Stärke über 5 - am Mittwochvormittag die Region um den bereits zerstörten Ort Amatrice erschüttert. Am Nachmittag folgte ein Beben der Stärke 5,1. Die Beben waren auch im 150 Kilometer entfernten Rom deutlich und lange zu spüren.

Die Zentren der Beben lagen laut Erdbebenwarte alle in rund zehn Kilometern Tiefe zwischen der Abruzzen-Stadt L'Aquila und der Stadt Rieti in der Region Latium und damit nahe der Stadt Amatrice. Die Gemeinde hatte bei einem verheerenden Beben am 24. August mit fast 300 Toten die meisten Opfer zu beklagen. Ganze Orte wurden damals zerstört. Im Oktober bebte es wieder. Zehntausende wurden obdachlos oder wohnen seitdem in Übergangsunterkünften.

Italien wird immer wieder von schweren Erdbeben heimgesucht. Grund dafür sind riesige Spannungen, die sich im Untergrund aufbauen. Nach den Erfahrungen der vergangenen 20 Jahre sei auch weiterhin mit Beben zu rechnen, sagte der Seismologe des Potsdamer Geoforschungszentrums, Birger-Gottfried Lühr, der Deutschen Presse-Agentur.

dpa

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