Hauseinsturz in Bangladesch

Noch 200 Lebende in den Trümmern

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Noch immer finden sich Lebende in den Trümmern

Dhaka - Viele Textilarbeiterinnen werden noch immer unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses vermutet - trotzdem sollten ihre Kolleginnen in anderen Fabriken in Bangladesch arbeiten. Tausende von ihnen gingen stattdessen auf die Straße.

Nach dem Einsturz eines Gebäudes in Bangladesch haben Textilfabriken in der Hauptstadt Dhaka ihre Produktion wegen der gewalttätigen Proteste von Tausenden Arbeitern eingestellt. Viele Besitzer hätten ihre Fabriken am Freitag geschlossen, nachdem die Textilarbeiter in einige Unternehmen eingedrungen seien, sagte Atiqul Islam, Präsident des Verbandes der Textilproduzenten und -exporteure in Bangladesch. Die Suche nach Überlebenden ging auch mehr als 48 Stunden nach dem Unglück weiter, viele werden noch unter den Trümmern vermutet. Die Zahl der Toten stieg nach offiziellen Angaben auf 291. Mehr als 2000 Menschen konnten nach den Berichten lebend geborgen werden.

Als die Demonstranten zur Unglücksstelle in einem Vorort Dhakas vordringen wollten, schoss die Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen. Tausende Menschen blockierten wichtige Straßen und verlangten, die Regierung solle hart gegen den Besitzer des eingestürzten Gebäudes sowie die Inhaber der Textilfabriken darin vorgehen. Sie würden nicht zur Arbeit gehen, solange ihre Kollegen noch im Schuttberg vergraben liegen, sagten die Demonstranten.

Es seien noch viele Menschen unter den Trümmern gefangen, sagte Colonel Shiykh, der die Rettungsarbeiten mit überwacht. Insgesamt hätten sich zum Zeitpunkt des Unglücks etwa 3000 Menschen im Gebäude aufgehalten. Am Freitagmorgen hatte Jahangir Kabir Nanak, Juniorminister für regionale Entwicklung, gegenüber dem Nachrichtensender Independent Television von mehr als 200 Menschen gesprochen, die sich noch lebend unter dem eingestürzten Haus befinden sollen.

„Bitte geht in das Gebäude, dort warten viele auf Hilfe“, sagte ein Überlebender, der von einem Rettungsteam aus dem Gebäude getragen wurde. „Bitte holt sie raus.“ In der Nacht hatten die Helfer noch 54 Menschen lebend in Hohlräumen gefunden und befreien können. Die Rettungsarbeiten sollen noch bis Samstagmorgen weitergehen.

dpa

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