Haiti: 84-Jährige lebend aus Trümmern gezogen

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Trotz der fast wundersamen Bergung der 69-Jährigen ist die Suche nach Überlebenden zehn Tage nach dem Beben weitgehend eingestellt worden.

Port-au-Prince - Zehn Tage nach dem Erdbeben in Haiti haben Rettungskräfte eine Frau (84) lebend aus Trümmern gerettet. Ihr Zustand sei aber schlecht, sagte ein behandelnder Arzt.

Möglicherweise werde sie nicht überleben. Sie erhält im Krankenhaus Sauerstoff und Infusionen. Die Frau wurde in der Nähe des Fußballstadions von Port-au-Prince gefunden.

Sorge um verschwundene Kinder

Während die Hilfe für Millionen Bedürftige nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti auf Touren kommt, mehren sich Anzeichen für illegalen Kinderhandel. Im Erdbebengebiet seien 15 Kinder nach Informationen des UN-Kinderhilfswerks UNICEF aus Krankenhäusern “verschwunden“. Bei Familienmitgliedern seien sie nicht, sagte Sprecher Jean Luc Legrand am Freitag in Genf. Er hatte vor einer Lockerung der Adoptionsregeln gewarnt; Menschenhändler würden die Lage nach Naturkatastrophen oft für ihre Zwecke ausnutzen.

Die hoffnungslose Verwüstung dort hat unterdessen eine fast beispiellose Odyssee der Notleidenden aus der Hauptstadt in Gang gebracht. Hunderttausende Haitianer fliehen mit ihren Familien in Bussen, auf Fähren oder sogar zu Fuß aufs Land oder in weit entfernte Küstenstädte, wie Mitarbeiter von Hilfsorganisationen am Freitag mitteilten. Für 400.000 Menschen werden in Haiti Notunterkünfte vor Port-au-Prince angelegt, die für einen Großteil der Menschen zur dauerhaften Endstationen werden könnten. Der Stabschef von Präsident René Préval kündigte den Bau der Auffanglager an.

Suche nach Überlebenden weitgehend eingestellt

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Doch viele halten es keinen Tag länger in der Hauptstadt aus und machen sich auf den Weg zu Verwandten in nicht zerstörtenRegionen, zu Bauernhöfen auf dem Land. 200.000 waren es bis zum Freitag, wie die US-Behörde für internationale Entwicklung mitteilte. Auch die Flugzeuge, die Hilfslieferungen bringen, werden von verzweifelten Haitianern belagert. Trotz der fast wundersamen Bergung der 69-Jährigen ist die Suche nach Überlebenden zehn Tage nach dem Beben weitgehend eingestellt worden. Die Arbeit der Helfer konzentriert sich nun fast ausschließlich darauf, die Überlebenden am Leben zu halten. Bei dem Erdstoß am 12. Januar sind nach Schätzung der Regierung 200.000 Menschen ums Leben gekommen, seitdem ist die Region um Port-au-Prince von mindestens 50 Nachbeben erschüttert worden.

apn

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