Haftstrafen für US-Spione im Dienste Kubas

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Das Spionage-Duo arbeitete für Castro, den es für den „brillant und charismatisch“ hielt.

Washington - Ein ehemaliger hoher Beamter des US-Außenministeriums und seine Frau haben vor Gericht zugegeben, 30 Jahre lang für Kuba spioniert zu haben.

Das Schuldbekenntnis vom Freitag (Ortszeit) bringt Walter Myers (72) lebenslange Haft ein, während seine Frau Gwendolyn (71) mit sechs bis siebeneinhalb Jahren Gefängnis davonkommt. Dies war zuvor gerichtlich vereinbart worden. Offiziell soll das Strafmaß nach Medienberichten vom Samstag zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden.

Das Rentnerehepaar hatte geheime Militärdokumente an Kuba weitergeben und dabei im Laufe der drei Jahrzehnte verschiedene Methoden angewandt. Die Spione kommunizierten zunächst mit Morsezeichen, benutzten später Kurzwellensender und am Ende das Internet. Manchmal spielten sie der anderen Seite Material zu, indem sie im Supermarkt Einkaufswagen austauschten.

Der zuständige Chefankläger Channing Phillips sprach in Washington von einem “verachtungsvollen Verrat“ an der Nation. Die Eheleute gaben an, sie hätten nicht aus Habgier gehandelt, sondern aus persönlicher Hingabe und Liebe zu Kuba, dessen früheren Führer Fidel Castro sie einst als “brillant und charismatisch“ bezeichneten. Tatsächlich erhielt das Paar nur einen geringen Lohn, laut Medienberichten waren es hauptsächlich Aufwandsentschädigungen und Medaillen. Alle Einkünfte und Besitztümer werden der gerichtlichen Absprache zufolge nun beschlagnahmt. Darunter ist auch ein Segelboot, mit dem Walter und Gwendolyn Myers nach eigenen Angaben eines Tages “nach Hause“ segeln wollten - nach Kuba.

Nach Angaben der Justiz wurden Walter Myers, seinerzeit Lehrer in North Dakota, und seine damalige Freundin Gwendolyn 1979 nach einem Kuba-Besuch als Agenten rekrutiert. Myers bewarb sich dann gezielt im State Department und arbeitete sich dort systematisch hoch, um Zugang zu wichtigen Geheimdienstdokumenten zu erhalten.

Festgenommen wurde das Ehepaar im vergangenen Juni nach einer verdeckten Operation der Bundespolizei FBI. Dabei gab sich ein Beamter als kubanischer Geheimdienstmitarbeiter aus.

dpa

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