UNESCO-Welterbe

Hafenausbau bedroht Great Barrier Reef

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Luftaufnahme des Great Barrier Riffs vor der Küste Australiens.

Sydney - Für den Ausbau eines Hafens sollen bis zu drei Millionen Kubikmeter Schlamm im weltberühmten australischen Great Barrier Reef versenkt werden. Wird das Meeresschutzgebiet zur Müllkippe?

Die Verwaltung des zum UNESCO-Welterbes verstoße gegen ihre Verpflichtungen zum Schutz des Korallenriffs und mache sich zum willfährigen Erfüllungsgehilfen der Politik, kritisierte Colin McKenzie vom Verband der Tourismusunternehmer am Great Barrier Reef am Samstag. Er kündigte rechtliche Schritte gegen Pläne an.

Die Verwaltung des australischen Great Barrier Reefs hatte am Freitag grünes Licht für die Versenkung von bis zu drei Millionen Kubikmeter Aushub in dem Naturschutzgebiet gegeben. Zuvor hatte die australische Regierung im Dezember den Ausbau eines Kohle-Hafens in der Nähe des Korallenriffs genehmigt. Der indischen Adani-Gruppe wurde es unter strengen Umweltauflagen erlaubt, rund drei Millionen Kubikmeter Meeresboden auszubaggern. Mit der Erweiterung soll die Kapazität des Hafens um 70 Prozent ausgebaut werden.

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Die Parkverwaltung argumentiert, in dem betroffenen Gebiet befänden sich weder Korallen noch Seegrasflächen. McKenzie betonte dagegen am Samstag, 220 Wissenschaftler hätten im Vorfeld vor den Plänen zum Abladen des Erdaushubs gewarnt, weil dies dem Riff schaden werde. "Die Verwaltung achtet nicht auf wissenschaftliche Tatsachen, sie kümmern sich nicht um den Riffschutz - sie tun nur, was ihre politischen Herren wollen", kritisierte der Tourismus-Verbandschef.

Das Great Barrier Reef bedeckt eine Fläche von mehr als 300.000 Quadratkilometern. Es ist ein herausragendes Touristenziel, aber durch den Klimawandel und Umweltverschmutzung stark bedroht. In den vergangenen 30 Jahren verlor es Wissenschaftlern zufolge mehr als die Hälfte seiner Korallen. Schuld daran sind demnach unter anderem Tropenstürme und die Meereserwärmung durch den Klimawandel. Das UNESCO-Welterbekomitee berät im Juni über eine Einstufung des Riffs als bedrohtes Welt-Naturerbe.

afp

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