Grausiger Fund: Drei Leichen in hohlem Baum

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Die groß angelegte Suche endete mit einer schrecklichen Entdeckung

Mount Vernon/New York - Mehr als eine Woche hatte ein Entführungsfall die USA in Atem gehalten. Die Hoffnung nach der Befreiung eines Mädchens verpuffte jetzt: Die anderen drei Opfer wurden tot gefunden.

Eine Woche haben die Menschen in Ohio gehofft, gefürchtet, gebetet, nun war alles umsonst: In einem hohlen Baum in dem US-Bundesstaat sind am Donnerstag (Ortszeit) die Leichen von drei Entführungsopfern gefunden worden, darunter ein elfjähriger Junge. Zuvor war dessen Schwester unter dramatischen Umständen aus der Hand des Entführers befreit worden.

Wie genau es zu der Tat kam und warum gerade eine Frau, ihre beiden Kinder und eine Freundin die Opfer wurden, war auch am Tag 10 nach der Entführung nicht klar. Am Donnerstag der vergangenen Woche hatte der Geschäftsführer einer Eisbar nach seiner Angestellten Tina Hermann sehen wollen, weil sie zwei Tage nicht zur Arbeit gekommen war. In dem Haus der 32-Jährigen in dem Örtchen Howard, nur ein paar Hundert Einwohner groß, fand er niemanden - aber Blutspuren.

Der Sheriff von Knox County, einem ländlichen Kreis nordöstlich von Ohios Hauptstadt Columbus, startete sofort eine Suchaktion. Neben Hermann waren auch die neun Jahre ältere Freundin Stephanie Sprang und die beiden Kinder Sarah (13) und Kody (11, nach anderen Quellen 10) verschwunden. Während Verwandte und Nachbarn ausharrten und hofften, suchten die Fahnder fieberhaft nach Spuren. Die wichtigste: Der Geländewagen der Frau, der leer gefunden wurde.

Nicht weit davon saß ein Mann in einem Auto. Der 30-Jährige wurde von der Polizei befragt und verstrickte sich in Widersprüche. Vier Tage nach der Tat befreite die Polizei schließlich aus seinem Haus das 13 Jahre alte Mädchen, das gefesselt und geknebelt tagelang im Keller gesessen hatte. Es keimte Hoffnung auf. Waren auch die anderen drei noch am Leben?

Doch weitere vier Tage später führte der Baumpfleger die Ermittler schließlich zu einem einsam stehenden hohlen Baum. In dem Stamm fanden die Polizisten die Leichen der drei anderen Entführten, eingewickelt in Mülltüten. Nach ersten Erkenntnissen waren sie noch im Haus ermordet worden. Warum, das war auch eine Woche nach der Tat noch unklar. Nicht einmal, woher der 30-Jährige seine Opfer kannte, war geklärt. Offenbar hatte er sie aber beobachtet.

“Das ist vermutlich der traurigste Tag in der Geschichte von Knox County, an den ich mich erinnern kann“, sagte der Ermittler John Thatcher dem Nachrichtensender Fox News. “So erleichtert wir bei der Befreiung von Sarah am Sonntag waren, so am Boden zerstört sind wir jetzt.“ Das Suchkommando der Polizei habe sich plötzlich in eine Trauergemeinde verwandelt. Seit 18 Jahren sei er jetzt Sheriff des Landkreises, sagte David Barber. “Aber ich kann mich an keinen Fall erinnern, der so groß, so schwerwiegend und so traurig war.“

dpa

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