Gedenkfeiern in Polen: Deutscher Überfall vor 70 Jahren

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Polens Ministerpräsident Donald Tusk spricht bei der Zeremonie auf der Westerplatte in Danzig  anläßlich des 70. Jahrestages des deutschen Überfalls auf Polen am 1. September 1939.

Danzig - Mit einer Zeremonie auf der Danziger Westerplatte sind am frühen Dienstagmorgen in Polen die Gedenkfeierlichkeiten zum 70. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs eröffnet worden.

Der polnische Präsident Lech Kaczynski würdigte “alle Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg gegen Nazi-Deutschland und den bolschewistischen Totalitarismus gekämpft haben. Die Westerplatte ist ein Symbol, ein Symbol des heroischen Kampfes der Schwachen gegen die Stärkeren.“

So begann der Zweite Weltkrieg

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Ministerpräsident Donald Tusk warnte davor, die Lehren des Krieges zu vergessen. “Wir sind hier zusammengekommen, um daran zu erinnern, wer den Krieg begonnen hat, wer der Schuldige war, wer der Henker in dem Krieg war und wer das Opfer der Aggression war“, sagte Tusk.

Die bei der Zeremonie anwesenden politischen und geistlichen Würdenträger Polens legten Kränze am Fuß eines Denkmals nieder, mit dem an die Verteidiger der Westerplatte erinnert wird.

Der Zweite Weltkrieg begann am 1. September 1939 mit dem Beschuss der Westerplatte, einer Halbinsel bei Danzig, durch das deutsche Kriegsschiff “Schleswig-Holstein“. Die Gedenkfeiern begannen um 04.45 Uhr, zu der Zeit, als die “Schleswig-Holstein“ damals die erste Salve abfeuerte.

Merkel: „Ursache und Wirkung niemals verkehren“

Bundeskanzlerin Angela Merkel , die am Nachmittag gemeinsam mit anderen europäischen Regierungschefs an einer Gedenkfeier teilnimmt, betonte in einem Interview des ARD -Morgenmagazins: “Wir werden Ursache und Wirkung niemals verkehren.“ Der deutsche Überfall auf Polen vor 70 Jahren sei die Ursache für die millionenfachen Tode von Soldaten und Zivilisten im Zweiten Weltkrieg gewesen. “Deutschland hat den Zweiten Weltkrieg ausgelöst. Wir haben unendliches Leid über die Welt gebracht“. Der Krieg habe über 60 Millionen Todesopfer gefordert.

“Dennoch ist auch die Vertreibung von weit über zwölf Millionen Menschen aus den Gebieten des ehemaligen Deutschlands und heutigen Polens natürlich ein Unrecht, und auch das muss benannt werden“, sagte Merkel.

Merkel will bei der Zeremonie auf der Westerplatte in Danzig (ab 15 Uhr) eine Rede halten. Unter den Teilnehmern sind unter anderen auch der russische Ministerpräsident Wladimir Putin, der französische Premierminister François Fillon und der britische Außenminister David Miliband.

AP

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