Furcht vor Racheakten nach Tod von Al-Kaida-Chef

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Das Auto von Fazul Abdullah Muhammad nach der Schießerei in Somalia, die für den Terroristenführer tödlich endete.

Nairobi - Nach dem Tod des ostafrikanischen Terroristenführers Fazul Abdallah Mohammed wächst in Kenia die Sorge vor Racheakten, aber auch einer Radikalisierung junger Muslime.

Schon am Donnerstag hatte der kenianische Polizeichef Mathew Iteere von seinen somalischen Kollegen vom Tod des Terroristenführers Fazul Abdallah Mohammed erfahren. Doch erst am Samstag ging er mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, auf die vor allem die Angehörigen der fast 250 Opfer der Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und Daressalam seit 1998 warteten. Abdallah, Chef der ostafrikanischen Al-Kaida, gilt als der Drahtzieher des Anschlags. Die kenianische Polizei, seit der Tötung von Osama bin Laden im fernen Pakistan ohnehin in erhöhter Alarmbereitschaft, wollte sich offenbar zunächst auf mögliche Racheakte vorbereiten.

Denn das Netz der ostafrikanischen Al-Kaida und vor allem der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz aus Somalia reicht weit. In Moscheen an der Küste, aber auch im vor allem von Somalis bewohnten Stadtteil Eastleig in Nairobi sind mehrere Hassprediger bekannt, aus deren Gemeinden junge Männer für den Kampf der Islamisten angeworben wurden.

Seit Tagen ist auf den Straßen Nairobis auffällig viel Polizei auf den Straßen, werden auf den Parkplätzen und Eingängen von Einkaufszentren oder Kinos Autos und Taschen überprüft. Seit den Terroranschlägen von 1998, den ersten, die Al-Kaida zugeschrieben wurden, weiß Kenia um die eigene Verwundbarkeit. Die meisten der Toten und Verletzten waren Kenianer. Die US-Botschaft, ein festungsähnliches Gebäude, ist seitdem weit vom Stadtzentrum entfernt, gleich neben dem afrikanischen Hauptquartier der Vereinten Nationen, hermetisch abgeschottet vom afrikanischen Großstadtleben.

Al-Shabaab rekrutiert unterdessen auch in Kenia Kämpfer für ihren Dschihad, der die Regierung des gemäßigten Islamisten Sheik Sharif Ahmed stürzen und einen radikalislamischen Gottesstaat am Horn von Afrika errichten soll. Vor allem in der stark muslimisch geprägten Küstenregion verschwinden immer wieder junge Männer, die in Moscheen und Koranschulen von den Hasspredigern angeworben wurden.

Erst im Mai stoppten Polizisten auf der Insel Lamu eine Gruppe junger Männer, die von der beim internationalen Jet-Set beliebten Inselgruppe aus nach Somalia aufbrechen wollte. Ein Teil von ihnen war noch nicht einmal 18 Jahre alt. Auf der Inselgruppe von Lamu hat auch Abdallah mehrere Jahre gelebt und in einer der örtlichen Moscheen gepredigt, ehe er sich nach Somalia absetzte. Hier hat er vermutlich auch den Anschlag auf ein bei israelischen Touristen beliebtes Hotel an der kenianischen Küste im Jahr 2002 vorbereitet.

“Niemand hätte den Verdacht gehabt, dass mit dem jungen Mann etwas nicht stimmt“, sagte der örtliche Imam Ali Yusuf Ustadh der Zeitung “Sunday Nation“ über den Mann, den die Dorfbewohner nur als Abdul Karim kannten. Nur die Tatsache, dass er mehrere Mobiltelefone hatte, die er ausgiebig nutzte, verwunderte damals die örtlichen Fischer. Die Menschen in dem entlegenen Dorf, das nicht einmal Radiosignale kenianischer Sender empfing, fanden die Namen der beiden von “Karim“ gegründeten Fußballteams - “Al Kaida“ und “Kandahar“ - vielleicht exotisch. Die eigentliche Bedeutung der Namen erfuhren sie erst, als FBI-Agenten 2002 auf ihrer Insel auftauchten und Fragen nach dem bescheiden auftretenden Prediger stellten.

dpa

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