Schockierendes Video im Netz

Frau wegen schlechter Verschleierung von „Sittenpolizei“ überfahren

Teheran - Eine verschleierte Frau wollte die Straße überqueren und ist von der Polizei überfahren worden.

Ein Video bei Facebook soll belegen, wie katastrophal die Rechte der Frauen im Iran tatsächlich sind. Dem Frauenrechts-Portal „My Stealthy Freedom“ wurde dieses Video zugeschickt - Absender anonym.

Grausame Szenen: Der Bus der Sittenpolizei setzt sich in Bewegung, überrollt die Frau. Doch warum? Wie Masih Alinejad von der Frauenrechts-Plattform bei Facebook erklärt, wurde die Frau wohl wegen ihres zu locker sitzenden Kopftuchs von der „Tugendpolizei“ angehalten. Diese „Sittenpolizisten“ patrouillieren täglich durch Teheran, halten junge Frauen auf und kontrollieren Kopftücher oder Kleidung. 

Die Frau stieg zunächst aus dem Polizeibus aus. 

So auch in diesem Fall. Die Frau im Video gestikuliert, scheint zornig zu sein. Angeblich versucht sie, ihre Papiere zurück zu bekommen, die ihr von der Sittenpolizei abgenommen wurden. Als sie vor den Wagen der Polizei läuft, passiert es: Die Frau wird überrollt. 

Sie wollte die Straße überqueren und wurde von der Polizei überfahren.

Wie es dem Opfer geht, darüber gibt es bisher keine Infos. Doch wie die Iranerin Masih Alinejad betont, sind Vorfälle wie dieser keine Ausnahme. Das Video kommentiert sie so: „Dies ist das 21. Jahrhundert, aber im Iran gängelt eine islamische Moral-Polizei Frauen, deren Kopftuch nicht streng genug liegt. Sie nimmt ihnen ihre Fahrerlaubnisse und ihre Personalausweise weg und beschlagnahmt ihre Autos.“

Die islamischen „Sittenwächter“ haben 2016 ca. 7000 neue Kontrolleure in Zivil angestellt, wie die „Bild“-Zeitung Alinejad zitiert. „Die Festnahmen sind seitdem dramatisch angestiegen“, so Alinejad. Innerhalb von acht Monaten seien 40.000 Autos beschlagnahmt worden. 2014 wurden 3,6 Millionen Menschen angehalten, berichtet die Frauenrechtlerin. 

Seit Masih Alinejad öffentlich auf die Zustände im Iran hinweist, würde die „Tugendpolizei“ keine neuen Zahlen mehr veröffentlichen. An den frauenfeindlichen Methoden hat sich bisher aber nichts geändert. 

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