Air France-Unglück: Verfahren eröffnet

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Die brasilianische Marine bei der Bergung der Air France-Maschine im Juni 2009 (Archivbild).

Paris - Knapp zwei Jahre nach dem Absturz eines Airbus-Flugzeuges auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris ermittelt Frankreichs Justiz gegen Airbus und Air France.

Nach Airbus gab auch Air France bekannt, dass es sich im Zentrum eines Ermittlungsverfahrens wegen des Verdachts auf fahrlässige Tötung befinde.

Wegen des Absturzes einer Air-France-Maschine im Juni 2009 hat eine französische Richterin am Freitag eine vorläufige Anklage wegen Totschlags gegen die Fluggesellschaft erlassen. Bei dem Absturz kamen alle 228 Menschen an Bord ums Leben. Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon kritisierte die Entscheidung von Richterin Sylvie Zimmerman als “unbegründet“.

Zimmerman hatte tags zuvor schon ähnliche Vorwürfe gegen den Flugzeughersteller Airbus erhoben. Mit der Erhebung einer vorläufigen Anklage können die ermittelnden Richter die Untersuchung zu dem Fall weiterführen, bevor sie dann entscheiden, ob die Sache vor Gericht kommt.

Das Verfahren sei am Freitag eröffnet worden, erklärte ein Air France-Mitarbeiter im TV-Sender BFM. Airbus-Chef Thomas Enders hatte am Vortag die Ermittlungen bereits bestätigt und auch kritisiert, aber eine weitere Beteiligung bei der Suche nach den Ursachen des Unfalls in Aussicht gestellt.

Der Airbus war am 1. Juni 2009 auf dem Nachtflug von Rio nach Paris in einer Unwetterfront verunglückt, nachdem mehrere Geräte ausgefallen waren. Die genaue Unglücksursache ist nach wie vor unbekannt. Mit Hilfe von Tauchrobotern soll ab Montag erneut eine Meereszone von 10 000 Quadratkilometern nach dem Wrack und seiner Flugdatenschreibern abgesucht werden.

Die zur Ermittlung der Unglücksursache wichtigen Flugschreiber wurden bislang nicht gefunden. Air France und Airbus finanzieren die voraussichtlich bis Juli dauernde Suche gemeinsam mit 9,2 Millionen Euro. Bislang wurden nur etwa drei Prozent des Wracks gefunden und etwa 50 Leichen geborgen. Unter den Opfern waren auch 28 Deutsche.

dpa/dapd

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