Flutwellen erreichen Japan

Tokio - Nach dem heftigen Erdbeben in Chile mit mehr als 300 Toten sind Tsunami am Sonntag auf die Küsten Japans getroffen.

Wie die japanische Nachrichtenagentur Kyodo am Sonntagnachmittag (Ortszeit) meldete, wurden an der Küste der nördlichen Provinz Iwate Flutwellen von 1,45 Metern Höhe beobachtet. TV-Bilder zeigten Hafengebäude, die umspült wurden. Berichte über größere Schäden oder Verletzte lagen zunächst nicht vor. Aus Furcht vor Tsunami hatten die Behörden des Landes Zehntausende von Bewohnern an Japans gesamter Pazifikküste aufgefordert, sich auf Anhöhen in Sicherheit zu bringen.

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Erste kleinere Wellen zwischen 10 und 30 Zentimetern waren zunächst in der nördlichsten Provinz Hokkaido beobachtet worden. Die Behörden warnten jedoch, dass nachfolgende Wellen höher sein könnten. Nach Angaben der nationalen Meteorologischen Behörde könnte ein Tsunami von bis zu drei Metern Höhe die Küste des Landes erreichen. Es war das erste Mal seit mehr als 15 Jahren, dass die Behörde eine Warnung vor einem solch größeren Tsunami ausgab. Betroffen waren die Küstenregionen der nördlichen Provinzen Aomori, Iwate und Miyagi.

Die Behörde warnte zudem vor möglichen Wellen von bis zu zwei Metern entlang der übrigen Pazifikküste des Landes und forderte die Anwohner zum sofortigen Verlassen ihre Häuser auf. Die Küstenwache forderte auch die Besatzung von Schiffen in den Gewässern vor der Provinz Iwate auf, sich in Sicherheit zu bringen. Allein in Aomori und Miyagi wurden die Bewohner von insgesamt 25 500 Haushalten aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen. In anderen Teilen des Archipels wurden derweil Wellen zwischen 10 und 50 Zentimetern Höhe beobachtet.

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Bahnbetreiber stoppten sicherheitshalber den Betrieb mehrerer Züge, unter anderem auch in der Hauptstadt Tokio. Auch Abschnitte von Autobahnen wurden wegen der Tsunami-Warnung gesperrt. Die Regierung richtete einen Notfallstab ein. Im Mai 1960 war mehr als 22 Stunden nach einem Erdbeben in Chile der Stärke 9,5 ein Tsunami mit einer Höhe zwischen einem und vier Metern auf die Küsten der japanischen Nordprovinz Hokkaido und der Region Sanriku getroffen. Als Folge wurden 142 Menschen getötet oder blieben unauffindbar.

dpa

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