Flutkatastrophe: Kolumbien bittet Ausland um Hilfe

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Nach Angaben des nationalen Amtes für Katastrophenschutz wurden 1785 Wohnhäuser zerstört, etwa 230 000 Häuser und Wohnungen sind beschädigt worden.

Bogotá - Fast das halbe Land leidet unter den Wassermassen - jetzt hat Kolumbien das Ausland um Hilfe gebeten. Die schlimmsten Regenfälle seit 40 Jahren haben 575 Gemeinden schwer getroffen.

Das berichtete Kolumbiens Außenministerin María Ángela Holguín. Sie schickte am Donnerstag (Ortszeit) einen Aufruf zu humanitärer Hilfe an alle diplomatischen Vertretungen und internationalen Organisationen in der Hauptstadt Bogotá. Zugleich bereitete die Regierung wegen der Wassermassen die Ausrufung des nationalen Notstands vor, wie Innenminister Germán Vargas Lleras mitteilte. Wann der Notstand ausgerufen wird, war bis Freitag noch unklar.

Die Katastrophe übersteige die Kräfte Kolumbiens, sagte der Innenminister. Das Land wolle einen Kredit der Weltbank in Höhe von 150 Millionen Dollar (113 Millionen Euro) aufnehmen. Das Geld solle in einen Hilfsfonds im angestrebten Gesamtumfang von 2,5 Milliarden Dollar für die mehr als 1,3 Millionen Flutopfer eingezahlt werden.

Kolumbien leidet seit Monaten unter den schwersten Regenfällen der vergangenen vier Jahrzehnte. Sie sind Folge des Wetterphänomens “La Niña“ (Spanisch: das Mädchen), das alle paar Jahre auftritt. Vor der Pazifikküste Südamerikas strömt dabei kaltes Wasser aus der Tiefe nach oben. Dies führt in einigen Bereichen des Subkontinents zu Dürren, in anderen zu überdurchschnittlich hohen Niederschlägen. Die Niederschläge werden nach Angaben von Meteorologen noch bis Anfang kommenden Jahres andauern.

Nach Angaben des nationalen Amtes für Katastrophenschutz kamen bisher 161 Menschen ums Leben, 223 wurden verletzt, 20 werden vermisst. 1785 Wohnhäuser seien zerstört sowie etwa 230 000 Häuser und Wohnungen beschädigt worden. Stauseen waren zum bersten gefüllt, zahlreiche Flüsse traten über die Ufer, und an Hanglagen kam es immer wieder zu Erdrutschen.

Diese Woche hatten bereits die Europäische Union 400 000 Dollar und Südkorea 200 000 Dollar Soforthilfe zur Verfügung gestellt. Chiles Präsident Sebastián Piñera, der am Mittwoch zu einem Staatsbesuch kam, hatte 28 Tonnen Hilfsgüter dabei.

dpa

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