Flugzeug-Attentäter von Detroit angeklagt

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Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab ist am Mittwoch wegen des versuchten Anschlags auf eine Passagiermaschine über der US-Stadt Detroit angeklagt worden.

Washington - Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab ist am Mittwoch wegen des versuchten Anschlags auf eine Passagiermaschine über der US-Stadt Detroit angeklagt worden.

Die US- Behörden erhoben am Mittwoch Anklage gegen den 23-Jährigen. Eine Grand Jury (Anklagekammer) entschied, dass er sich in sechs Punkten vor Gericht verantworten muss, unter anderem wegen versuchten Mordes in 289 Fällen. Unterdessen wurde bekannt, dass US-Grenzbeamte von den Terrorverbindungen des Angeklagten wussten, als Abdulmutallab bereits an Bord der Maschine saß. Wie die Zeitung “Los Angeles Times“ am Donnerstag berichtete, waren die Sicherheitsbeamten anhand der vorliegenden Daten auf den Passagier aufmerksam geworden, als er aus Nigeria kommend nach einer Zwischenlandung in Amsterdam das Flugzeug nach Detroit bestiegen hatte. “Die Beamten in Detroit waren darauf vorbereitet, ihn genau zu kontrollieren“, sagte ein Sicherheitsbeamter der Zeitung.

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Obama will Konsequenzen aus vereiteltem Attentat

Detroit-Bomber brachte Sprengstoff aus Nigeria mit

Es habe Informationen darüber gegeben, dass Abdulmutallab im Jemen Kontakt zu extremistischen Gruppen hatte. Abdulmutallab hatte am ersten Weihnachtstag versucht, auf dem Flug von Amsterdam eine Delta/Northwest-Maschine in die Luft zu jagen. Den Sprengstoff hatte er in seiner Unterwäsche an Bord geschmuggelt. Im Flugzeug befanden sich 279 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder. Die Anklage gegen Abdulmutallab wurde bei einem Bundesgericht in Detroit eingereicht. Demnach wird ihm neben versuchten Mordes auch versuchter Einsatz einer Massenvernichtungswaffe angelastet.

Schon letzter Punkt allein könnte ihm im Fall eines Schuldspruchs lebenslange Haft einbringen. Abdulmutallab soll ferner wegen vorsätzlichen Versuchs der Zerstörung eines Flugzeuges und wegen der gezielten Platzierung von Sprengstoff an Bord zur Rechenschaft gezogen werden. Die beiden letzten Anklagepunkte beziehen sich auf den Besitz und die Verwendung von Sprengstoff zum Begehen einer Gewalttat. Am Freitag soll der mutmaßliche Terrorist zum ersten Mal in Detroit vor Gericht angehört werden.

Ermittlungen gehen schnell voran

US-Justizminister Eric Holder sagte, die Ermittlungen gingen in schnellem Tempo voran. Sie seien global und hätten bereits wertvolle geheimdienstliche Erkenntnisse erbracht. Holder kündigte zugleich an: “Jeder, der sich als verantwortlich für diese Attacke herausstellt, wird mit jedem unserer Regierung zur Verfügung stehenden Mittel, militärisch oder zivilrechtlich, zur Verantwortung gezogen.“ Auch die US-interne Untersuchung über die geheimdienstlichen Pannen im Vorfeld des vereitelten Flugzeug-Anschlags geht mit Hochdruck weiter. US-Präsident Barack Obama wollte am Donnerstagnachmittag (19.00 MEZ) Ergebnisse eines Prüfungsberichts dazu vorstellen.

Wie der Sprecher des Weißen Hauses, Robert Gibbs, sagte, geht es in dem Bericht um die geheimdienstliche Zusammenarbeit und das US-System der Erfassung von Verdächtigen auf Terrorismus- Listen. Abdulmutallab war nach einem Hinweis seines Vaters auf seine islamistische Radikalisierung zwar in eine grobe Liste mit den Namen von über 500 000 Terrorverdächtigen aufgenommen worden - nicht jedoch in eine engere Flugverbotsliste. Obama hatte die Geheimdienste wegen dieses Versäumnisses am Dienstag scharf kritisiert und von einem “katastrophalen“ Versagen des Sicherheitssystems gesprochen.

dpa

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