Flugverbot bis Dienstag 20.00 Uhr verlängert

Hamburg - Offiziell ist der Flugraum über Deutschland nun bis 20.00 Uhr gesperrt - doch an vielen Flughäfen rollten am Dienstagvormittag wieder Maschinen über die Start- und Landebahnen.

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Die Fluggesellschaften machten eifrig von der am Montag beschlossenen Ausnahmeregelung für Sichtflüge Gebrauch, vor allem, um tausende gestrandete Reisende heimzubringen. “Wir haben befürchtet, dass wir erst Anfang Mai zurück können“, sagte Winni Appel nach seinem Flug von Gran Canaria nach Düsseldorf. “Ich bin schon von meinem 5-Sterne- Hotel in eine Wohnung gezogen und habe den Kühlschrank voll gemacht.“ Mehrere zehntausend deutsche Urlauber sollten am Dienstag wieder heimgebracht werden - allein der Reiseveranstalter Tui wollte 11 000 Gestrandete holen. Am Tag zuvor hingen noch rund 100 000 Pauschaltouristen - und eine unbekannte Zahl von Individualreisenden - im Ausland fest. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hatte am Montagabend nach einer Telefonkonferenz mit den EU- Verkehrsministern erklärt, die Fluggesellschaften dürften Passagiere mit kontrollierten - also von Radarlotsen unterstützten - Sichtflügen befördern. Die Aschewolke soll dabei unterflogen werden.

Der Eyjafjalla-Vulkan und die Aschewolke

Der Eyjafjalla-Vulkan und die Aschewolke

Die Pilotenvereinigung Cockpit kritisierte die Regelung. An der wissenschaftlichen Einschätzung der Gefährlichkeit habe sich nichts geändert, sagte Vorstandsmitglied Jörg Handwerg am Morgen dem Deutschlandfunk. “Man hat nur eine juristische Winkelkonstruktion gesucht, um die Flugzeuge in die Luft zu bringen.“ Erschöpft und erleichtert landeten auch am Frankfurter Flughafen erste Rückkehrer - manche verließen die Gepäckausgabe mit Tränen in den Augen. Gegen halb sechs Uhr hatten zwei Maschinen der Air Berlin Urlauber aus Ägypten und von den Kanarischen Inseln zurückgebracht. Später trafen Langstrecken-Maschinen aus Dubai, Angola und Bangkok ein. Auch auf der Abflugebene von Deutschlands größtem Flughafen herrschte wieder mehr Betrieb: Die Schlange vor dem Check-in der Lufthansa wuchs am Morgen auf 100 Meter. Auch die im übrigen Europa geltenden Flugverbote wurden schrittweise gelockert. Der Luftraum soll nur noch dort gesperrt bleiben, wo eine bestimmte Konzentration der Asche überschritten wird, sagte EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Abend.

Mit Stand 8.45 Uhr lag Deutschland an der östlichen Grenze des gesperrten Luftraums. Tschechien, Südpolen und das östliche Österreich waren frei. In Belgien nahmen die Flughäfen am Morgen ihren Betrieb wieder auf, auch der Luftraum über großen Teilen Frankreichs und über Norditaliens war offen. Das Gebiet über Großbritannien und Irland war wie in den Tagen zuvor noch mit Flugverboten belegt. Aus den beiden Ländern gab es am Morgen widersprüchliche Angaben zur Aktivität des Vulkans unter dem Eyjafjalla-Gletscher. Das Meteorologische Institut in London meldete, dass “die Eruption sich verstärkt hat und eine neue Aschewolke in südöstlicher Richtung auf Großbritannien zubewegt“. Die Experten auf Island sprach dagegen von einer “optimalen“ Entwicklung mit wenig neuer Asche in der Luft. Der Vulkan stoße viel weniger Asche aus, zudem gelange die Wolke über dem Krater nur noch in geringe Höhen. In der nordspanischen Stadt Santander kam unterdessen das erste Militärschiff aus Großbritannien an, das gestrandete Briten nach Hause bringen soll. Etwa 250 Soldaten aus Afghanistan und 200 Zivilisten sollten an Bord geholt werden. Zwei weitere Militärschiffe sind in gleicher Mission im Einsatz.

dpa

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