Flugkapitän: Abstürze durch Blitze unwahrscheinlich

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Georg Fongern, Vorstandsmitglied der Weltpilotenvereinigung IFALPA.

Hamburg - Flugzeugabstürze durch Blitzeinschläge sind nach Ansicht von Luftfahrtexperten äußerst selten und unwahrscheinlich.

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“Ein Blitz kann einer modernen Maschine eigentlich nicht viel anhaben, weil sie durch ihre Umhüllung ja von dem Faradayschen Effekt profitiert“, sagte das Vorstandsmitglied der Weltpilotenvereinigung IFALPA, Georg Fongern, der Deutschen Presse-Agentur dpa in Hamburg . Ähnlich wie bei Autos wirke der metallische Rumpf als sogenannter Faradayscher Käfig. Das heißt, die Elektrizität wird über Rumpf und Tragflächen abgeleitet und dringt nicht ins Innere. Selbst Fenster und kleine Schäden würden diesen Effekt nicht beeinträchtigen. Zudem seien an den Maschinen bis zu 30 kleine Blitzableiter angebracht.

“Dort im Südatlantik, wo die Air-France-Maschine vermisst wird, gibt es immer mehrere Gewitterzonen“, erklärte der Flugkapitän. Da sollte man möglichst herumfliegen. “Gerät man aber doch mal rein und wird auch vom Blitz getroffen, führt das nicht automatisch zum Absturz.“

Er selbst sei schon mehrfach mit einer Maschine vom Blitz getroffen worden - ohne Folgen. “Da kann man später dann in der Hülle winzige Löcher erkennen, die nicht größer sind als Bleistiftspitzen.“ Grundsätzlich seien die Flugzeuge der dritten Generation “doppelt und dreifach abgesichert“.

“Die Mechanismen bei den modernen Flugzeugen sind derart komplex, dass Spekulationen zur Unfallursache im aktuellen Fall völlig sinnlos sind“, sagte Fongern. Oft spielten verschiedene Faktoren zusammen oder auch ganz banale Störungen führten zur Katastrophe, wie bei dem Unglück einer Swiss-Air-Maschine 1998 vor Kanada. Nach einem Kabelbrand war es zum totalen Stromausfall gekommen. Keiner der 229 Menschen an Bord überlebte.

“Damals hätte keiner zunächst gedacht, dass ein Kabelbrand die Ursache war“, sagte der Pilot. Jetzt sei zu hoffen, dass die Air-France-Maschine im Atlantik überhaupt entdeckt werde. “Sonst bleibt die Ursache wohl immer ungeklärt.“

Gespräch: Britta Schmeis, dpa

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