Nach Bergung vom Meeresgrund

Flüchtlingsboot auf Sizilien in Kühlzelt gebracht

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Das Schiff wurde vom Meeresgrund gehoben.

Augusta - Das vom Meeresgrund gehobene Fischerboot, bei dessen Untergang vergangenes Jahr hunderte Flüchtlinge ums Leben gekommen waren, ist in ein Kühlzelt auf Sizilien gebracht worden.

Der kleine Fischkutter wurde am Freitagabend von einem Marineschiff auf ein Gelände neben einem Nato-Marinestützpunkt bei Augusta gebracht, wo ein großes Kühlzelt errichtet worden ist, wie ein AFP-Reporter berichtete. Dort sollen die mehreren hundert Leichen geborgen werden, die sich noch im Innern des Bootes befinden.

Das Fischerboot war in der Nacht zum 19. April 2015 im Mittelmeer beim Zusammenstoß mit einem Frachter gesunken, der den hunderten Flüchtlingen an Bord zu Hilfe kommen wollte. Nur 28 Menschen konnten gerettet werden von den bis zu 800 Flüchtlingen, die bei der Abfahrt in Libyen an Bord waren. Am Unglückstag wurden rund 50 Leichen geborgen, später holte die Marine weitere 169 Tote vom Meeresgrund. Zwischen 200 und 350 weitere Leichen werden noch im Motorenraum vermutet.

Das Boot war diese Woche von der italienischen Marine aus 370 Meter Tiefe gehoben worden und am Donnerstagmorgen vor Augusta eingetroffen. Es ist unklar, wie weit die Leichen im Innern bereits verwest sind. Feuerwehrleute werden die schwierige Aufgabe haben, in dem 600 Quadratmeter großen Kühlzelt die Toten zu bergen, bevor ein Team aus Gerichtsmedizinern sich an ihre Identifizierung macht. Erst wenn ihre Identität geklärt ist, sollen sie auf Friedhöfen in Sizilien beigesetzt werden.

Italiens Ministerpräsident Matteo Renzi hatte die Bergung des Schiffs und die Identifizierung der Toten versprochen, um den toten Flüchtlingen im Mittelmeer ein Gesicht zu geben. Der Einsatz zur Hebung des Schiffs kostet mehr als 9,5 Millionen Euro. Seit 2014 sind bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer mehr als 10.000 Menschen gestorben, die meisten zwischen Libyen und Italien. Viele der Boote sind nicht seetauglich und werden von skrupellosen Schleppern völlig überladen.

AFP

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