Flatrate-Bordell: Chefin wegen Hygiene Mängel weiter in Haft? 

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Flatrate - Bordelle: Sex nach Belieben zum Festpreis. (Symbolbild) 

Stuttgart  - Nach der Großrazzia in vier “Flatrate-Bordellen“ soll eine Betreiberin (25) des Etablissements in Fellbach bei Stuttgart am Montag dem Haftrichter vorgeführt werden.

Gegen die Frau und ein weiteres 25 Jahre altes Mitglied der Geschäftsführung seien am Sonntag Haftbefehle vollstreckt worden. Die Einrichtung in Fellbach sowie ein Haus in Heidelberg waren mit Verweis auf hygienische Mängel geschlossen worden.

Mehrere hundert Polizisten und zehn Staatsanwälte hatten am Sonntag die vier Bordelle durchsucht, die mit Sex nach Belieben zum Festpreis werben. Es handelt sich um Betriebe in Schönefeld bei Berlin sowie in Wuppertal, Fellbach und Heidelberg.

Es gebe den Verdacht, dass die Bordellbetreiber ausländische Prostituierte ohne Genehmigung beschäftigt und Sozialversicherungsbeiträge hinterzogen hätten, hatte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärt. In Fellbach wurde das Bordell geschlossen, weil unter anderem Massagebänke und andere Liegemöbel stark verunreinigt gewesen seien. Dort wurden 176 Männer und 89 Prostituierte kontrolliert. In einem Fall habe es einen konkreten Hinweis auf Zwangsprostitution gegeben.

Die Hintergründe müssten geklärt werden, erklärten die Ermittler. In Heidelberg wurden 37 Männer und 27 Prostituierte von der Polizei angetroffen. Das Haus wurde ebenfalls vorläufig dicht gemacht.

Diskussion über Menschenwürde

Zuvor hatte der baden-württembergische Justizminister Ulrich Goll “Flatrate-Bordelle“ scharf kritisiert. “Wenn man deren Werbung ernst nimmt, ist von einem Verstoß gegen die Menschenwürde der dort arbeitenden Prostituierten auszugehen“, sagte er dem “Spiegel“. A

us seiner Sicht sei das Selbstbestimmungsrecht der Frauen in den Bordellen in Heidelberg und Fellbach verletzt - damit liege auch “eine Störung der öffentlichen Sicherheit vor“. Damit seien Polizei und Ordnungsbehörden zum Einschreiten berechtigt. Dem “Spiegel“-Bericht zufolge werben die beiden Häuser mit dem Slogan: “Sex mit allen Frauen, so lange Du willst, so oft Du willst und wie Du willst“. Den Fellbacher Oberbürgermeisters und CDU -Landtagsabgeordneten Christoph Palm zitierte das Magazin mit den Worten, man arbeite “unter Hochdruck daran, den Betrieb des Fellbacher Flatrate-Bordells in der jetzigen Form zu beenden“. Bundesweit, so berichtete der “Spiegel“ weiter, gebe es inzwischen offenbar Dutzende von “Flatrate-Bordellen“.

ap

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