Großeinsatz

Festnahmen bei Razzia in Bremen - Polizisten unter Verdacht

Razzia in Bremen
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Die Ermittler stellten bei der Razzia unter anderem Schusswaffen mit Munition, Bargeld und Handys sicher.

Es geht um Drogen, Korruption und Geldwäsche: Mit einem Großeinsatz geht die Polizei in Bremen gegen zwölf Beschuldigte vor - darunter zwei Beamte aus den eigenen Reihen.

Bremen (dpa) - Die Polizei hat bei einem Großeinsatz wegen Drogenhandels, Bestechlichkeit und Geldwäsche in Bremen und im Bremer Umland vier Männer festgenommen.

Die Ermittlungen richteten sich gegen zwölf Beschuldigte, darunter zwei Polizisten, teilten Staatsanwaltschaft, Polizei und Bundeskriminalamt gemeinsam mit. Insgesamt seien 23 Wohnungen und Geschäftsräume in Bremen und Delmenhorst durchsucht worden, sagte der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade, der Deutschen Presse-Agentur.

Gegen die vier Festgenommenen im Alter von 29 bis 40 Jahren lagen Haftbefehle wegen des Verdachts des bandenmäßigen Drogenhandels vor. Primäres Ziel sei die Festnahme dieser vier Beschuldigten gewesen, so Passade. Einige der Beschuldigten werden zudem der Geldwäsche durch Immobiliengeschäfte verdächtigt.

Bei den verdächtigten Polizisten handelt es sich um einen 36-jährigen Mann und eine 40-jährige Frau. Sie gehören nicht zu den Festgenommenen, sie wurden suspendiert beziehungsweise vom Dienst entbunden. Dem 36-Jährigen werden Bestechlichkeit, Verletzung von Dienstgeheimnissen, Geldwäsche und Betrug vorgeworfen. Das Magazin «Der Spiegel» schrieb, der Polizist solle «sensible Informationen an dubiose Bekannte ausgeplaudert» und dafür im Gegenzug Gefälligkeiten, wie die Überlassung eines Autos, erhalten haben. Gegen die 40-Jährige wird wegen des Verdachts der Verletzung von Dienstgeheimnissen ermittelt.

Die Ermittler stellten bei der Razzia unter anderem Schusswaffen mit Munition, Bargeld und Handys sicher. Fünf Beschuldigten soll darüber hinaus der Zugriff auf rund 500.000 Euro aus dem Verkauf von Cannabis und Kokain entzogen werden.

Die Razzia geht den Ermittlern zufolge auf eine Ermittlungsgruppe zurück, die bereits Mitte 2019 eingerichtet worden war. Schon im Februar 2021 seien in diesem Zusammenhang Waffen, Geld und Drogen sichergestellt worden. Dem «Spiegel»-Bericht zufolge trägt der Ermittlungskomplex der Staatsanwaltschaft Bremen den Codenamen «Zirkel». Die Ermittlungen gingen dabei auf einen seitenlangen Brief eines anonymen Hinweisgebers zurück, der Namen, Straftaten und mutmaßliche kriminelle Netzwerke genannt habe.

Ein Teil der Ermittlungen befasse sich außerdem mit Clankriminalität, heißt es in dem Bericht. Den mutmaßlichen Kopf der Drogenbande habe die Polizei derweil schon lange im Visier gehabt. Geholfen habe dabei nun die Hilfe der französischen Gendarmerie, die verschlüsselte Handys der Verdächtigen geknackt habe.

Dabei geht es um sogenannte Encrochat-Geräte. Diese Krypto-Handys ermöglichten eine verschlüsselte Kommunikation mit anderen Encrochat-Teilnehmern und galten lange Zeit als komplett abhörsicher. Allerdings konnten die Daten des Encrochat-Systems schließlich in Frankreich in einem dort geführten Verfahren durch französische Ermittlungsbehörden erhoben und ausgewertet werden.

«Dass Encrochat-Daten auch in diesem Verfahren eine Rolle gespielt haben, wird man nicht in Abrede stellen können», sagte Passade. Am Bremer Landgericht sind in diesem Monat gleich zwei Prozesse gegen mehrere mutmaßlichen Drogendealer eröffnet worden, die auch aufgrund von Daten aus dem Encrochat-System aufflogen. Sie hatten mit Kokain und Marihuana gehandelt und hohe Millionenbeträge umgesetzt. Allerdings steht die Razzia nicht in direktem Zusammenhang mit diesen Verfahren. Passade: «Das ist ein vollkommen separater Ermittlungskomplex.»

© dpa-infocom, dpa:210318-99-874215/3

Die Razzia in Bremen geht den Ermittlern zufolge auf eine Ermittlungsgruppe zurück, die bereits Mitte 2019 eingerichtet worden war.

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