„Die Ukraine ist kein Bordell“

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Mitglieder der ukrainischen Frauenbewegung „Femen“ demonstrieren in Unterwäsche, die aus dem selben Gewebe wie Mundschutz-Masken besteht, am Unabhängigkeits-Platz in Kiew gegen den Hype um die Schweinegrippe.

Kiev - Ob sexy Krankenschwester-Outfit, Unterwäsche aus Mundschutzmasken oder Schlammschlachten - die Frauenbewegung „Femen“ sorgt mit schrillen Aktionen gegen Sextourismus und Schweinegrippe für Furore.

Bekleidet mit Unterwäsche aus Mundschutzmasken demonstrieren junge Frauen im November auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew gegen die Panikmache der Medien und Politiker bezüglich der Schweinegrippe. Andere lassen sich wenige Tage später in freizügigen Schuluniformen von „Professoren“ öffentlich begrabschen und simulieren sexuelle Handlungen, um auf die sexuelle Belästigung an Universitäten aufmerksam zu machen. Ein youtube-Video zeigt die Aktion, der zahlreiche Schaulustige beiwohnten.

Die Aktivistinnen der ukrainischen Frauenbewegung „Femen“ gehen seit 2008 aggressiv, offensiv und drastisch gegen Sextoutrismus, Prostitution, die Pornoindustrie und lebenslange Haftstrafen vor.

Bei Demonstrationen sind gewagte Outfits Programm und provokative Plakate ihr Markenzeichen. Mit Profilen auf der Online-Plattform myspace und Videos auf youtube machen sie im Internet auf ihre Bewegung aufmerksam.

Indem sie die Menschen mit ihren Aktionen wachrütteln, wollen die Frauen, vorwiegend Schülerinnen und Studentinnen, auf ihre Lebensbedingungen und Zukunftsaussichten in der Ukraine aufmerksam machen.

In dem Land, das laut der Weltgesundheitsorganisation WHO mit  der höchsten Aids-Rate in ganz Europa einen traurigen Rekord hält, verdienen nach Angaben der Regierung etwa 12 000 Frauen ihr Geld mit Prostitution. Die Dunkelziffer liegt vermutlich wesentlich höher. Vor allem junge Frauen seien aufgrund der schlechten Wirtschaftslage, Studiengebühren und hohen Lebenshaltungskosten oft dazu gezwungen, ihren Körper für Geld feil zu bieten, berichten Aktivistinnen. Unmoralische Angebote würden dabei hauptsächlich von Ausländern, vorwiegend Türken, kommen.

mm

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