Er log seine Patienten absichtlich an

Fatale Fehldiagnosen: Prozessauftakt gegen Skandalarzt

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Der Neurologe Ernst Jansen auf dem Weg zum Gericht.

Almelo - Vor dem Strafgericht im niederländischen Almelo hat am Montag der Prozess gegen den Skandalarzt Ernst Jansen begonnen, der auch in Deutschland jahrelang folgenschwere Fehldiagnosen gestellt hat.

Der Neurologe, der auch jahrelang in Deutschland praktiziert hatte, soll bei Dutzenden Patienten Fehldiagnosen gestellt und ihnen schwere körperliche und seelische Schäden zugefügt haben.

Er attestierte der Anklage zufolge bei neun Patienten absichtlich unheilbare Krankheiten wie Alzheimer, obwohl das nicht stimmte. Eine Frau beging nach der Diagnose Selbstmord. Jansen folgte der Verlesung der Anklage, die 21 mutmaßliche Taten umfasst, äußerlich gelassen. Absichtliche Fehldiagnosen hatte Jansen bisher stets zurückgewiesen.

Im wohl größten medizinischen Strafprozess der Niederlande muss sich der Arzt auch wegen Diebstahls, Urkundenfälschung und Veruntreuung verantworten. Weitere Fälle von Patienten, über die jetzt nicht verhandelt wird, gelten als verjährt. Dem Arzt droht bei einer Verurteilung eine Gefängnisstrafe von bis zu zwölf Jahren.

Bis Anfang 2013 praktizierte Jansen an deutschen Kliniken, darunter in Heilbronn und Worms. Dort wurde ebenfalls Anzeige erstattet. Um die deutschen Fälle geht es in Almelo aber nicht. Ein Disziplinarverfahren gegen Jansen begann bereits am vergangenen Freitag in den Niederlanden.

dpa

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