Tragödie im Sauerland

Familiendrama: Kinder mit Injektionen getötet?

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Ein Siegel der Polizei am Tatort in Arnsberg. Eine 44-Jährige soll hier ihre Töchter getötet haben. Foto: Bernd Thissen

Schock in Arnsberg: Eine Frau tötet nach ersten Erkenntnissen der Polizei ihre beiden Kinder und nimmt sich selbst das Leben. Sie soll im Streit um das Sorgerecht Angst um die beiden Töchter gehabt haben.

Arnsberg (dpa) - Familiendrama im sauerländischen Arnsberg: Eine Frau hat nach Ermittlungen der Polizei ihre beiden Töchter und sich selbst getötet. Die Leichen der Frau und ihrer sechs- und siebenjährigen Kinder wurden am Sonntag in einer Wohnung gefunden.

Am Tatort hatten Polizisten eine Spritze sichergestellt. Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich dabei um die Tatwaffe handelt. Bei der Obduktion seien Einstiche in den Ellenbeugen der beiden toten Mädchen und der Mutter entdeckt worden. Doch was für eine Substanz womöglich verwendet wurde, dazu könnten noch keine Angaben gemacht werden, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

Weitere Erkenntnisse soll eine toxikologische Untersuchung liefern. Die Mutter arbeitete nach Angaben der Staatsanwaltschaft im Medizinbereich, sie hätte also das nötige Fachwissen haben können.

Als einen möglichen Hintergrund der Tat nannten die Behörden einen Sorgerechtsstreit. Die Frau soll Angst davor gehabt haben, dass ihr die Töchter weggenommen werden. Die Angehörigen der Familie seien über die Tragödie informiert worden. Der Vater der Kinder lebt laut Staatsanwaltschaft nicht in Nordrhein-Westfalen. Weitere Details wurden nicht bekannt.

Ein Verwandter hatte vor dem Fund am Sonntag die Polizei informiert, weil er sich den Angaben zufolge Sorgen um die Familie gemacht hatte. Normalerweise habe er freitags immer mit der 44-Jährigen telefoniert, am vergangenen Freitag habe er sie jedoch nicht erreichen können. Mit einem Zweitschlüssel öffneten Einsatzkräfte am Sonntagabend die Tür zur Wohnung der Frau und fanden die Leichen.

Am Montag deutete vor Ort nur die von der Polizei versiegelte Tür auf die Tat hin. Die Rollläden der Doppelhaushälfte im Ortsteil Neheim waren geschlossen, an der Treppe zur Wohnungstür lagen Kinderfahrräder und Tretroller.

Nach Angaben der Ermittler wurden bislang keine weiteren Spuren von Gewalteinwirkung gefunden. Daher gehen die Beamten davon aus, dass keine anderen Personen an der Tat beteiligt waren.

PM der Staatsanwaltschaft und Polizei

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