Familie von getötetem Mohamed will Schmerzensgeld

+
Der mutmaßliche Mörder von Elias und Mohamed versteckt im Landgericht in Potsdam sein Gesicht. Foto: Bernd Settnik

Die letzten Minuten im Leben des vierjährigen Mohamed müssen schrecklich gewesen sein. Dafür soll der mutmaßliche Mörder Silvio S. zahlen, fordert der Anwalt der Familie des Opfers.

Potsdam (dpa) - Die Familie des getöteten Flüchtlingsjungen Mohamed will, dass sein mutmaßlicher Mörder ein Schmerzensgeld für die Leiden des Vierjährigen in den letzten Lebensminuten zahlen muss.

Als Erbin des Kindes solle seine Mutter mindestens 50 000 Euro von Silvio S. erhalten, sagte Nebenklage-Anwalt Andreas Schulz am Rande des Prozesses am Landgericht Potsdam.

Der Gesetzgeber sehe zwar kein Schmerzensgeld für den Tod an sich vor, jedoch seien für die Leiden des Jungen vor dem Tod Ansprüche geltend zu machen. Zudem solle festgestellt werden, dass der Angeklagte künftig für mögliche Spätfolgen bei den zwei Geschwistern von Mohamed aufkommen müsse.

Silvio S. hatte Mohamed laut Anklage im Oktober entführt, missbraucht und schließlich aus Angst vor Entdeckung umgebracht. Zuerst soll er den Vierjährigen gewürgt, dann stranguliert haben. Der Angeklagte soll auch den sechsjährigen Elias aus Potsdam ermordet haben.

Ein Schmerzensgeld und eine Feststellung künftiger Ansprüche wären Teil des Urteils in dem Mordprozess. Sollte das Gericht dem Antrag nachkommen, behielten die Ansprüche 30 Jahre Gültigkeit, sagte Schulz.

Mohamed wäre nach Einschätzung seiner Mutter nicht einfach so mit einem Fremden mitgegangen. "Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass dieser Mann mein Kind irgendwie angelockt haben muss", sagte die 29-Jährige über den Tag, als ihr Kind am Lageso verschwand. "Als ich das Amt betrat, war er weg." Sie habe fest geglaubt, er sei zum nahen Flüchtlingskindergarten gelaufen. Auch im Heim sei er manchmal kurz um die Ecke gegangen, aber immer zurückgekehrt.

Ein 33 Jahre alter Zeuge berichtete, wie ihm in der Nähe des Lageso vermutlich an dem Tag ein sehr hellhäutiger Mann aufgefallen sei, der ein kleines dunkelhäutiges Kind fest an der Hand führte. Er habe sich damals gedacht: "Das ist nicht sein Kind. Das ist, als würde ich mit einem kleinen chinesischen Kind herumlaufen."

Das könnte Sie auch interessieren

Frankreichs WM-Triumph nach furiosem Finale

Frankreichs WM-Triumph nach furiosem Finale

Tausende jubeln König Philip und Königin Melanie zu

Tausende jubeln König Philip und Königin Melanie zu

Frankreich zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister - die Bilder vom Finale gegen Kroatien

Frankreich zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister - die Bilder vom Finale gegen Kroatien

Politisch motivierte Unterbrechung des WM-Finals - Bilder der Flitzer-Aktion

Politisch motivierte Unterbrechung des WM-Finals - Bilder der Flitzer-Aktion

Meistgelesene Artikel

Schäferhund beißt IS-Kämpfer in höchster Not die Kehle durch

Schäferhund beißt IS-Kämpfer in höchster Not die Kehle durch

Ryanair-Maschine landet unplanmäßig in Frankfurt - 33 Passagiere in Klinik

Ryanair-Maschine landet unplanmäßig in Frankfurt - 33 Passagiere in Klinik

Monster-Krokodil macht einen Fehler - nach fast zehn Jahren

Monster-Krokodil macht einen Fehler - nach fast zehn Jahren

Vater stirbt bei Autounfall im Beisein seines Sohnes - Zehnjähriger in Lebensgefahr

Vater stirbt bei Autounfall im Beisein seines Sohnes - Zehnjähriger in Lebensgefahr

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.