Entschuldigung nach 20 Jahren

Falschen hingerichtet: Neuer Mordprozess in China

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Der Vizepräsident des Gerichtes, das den unschuldigen Hugjiltu (18) hingerichtet hatte, entschuldigte sich nach 20 Jahren bei dessen Eltern.

Peking - Knapp zwanzig Jahre nach der Hinrichtung des falschen Täters wird in China der Prozess gegen den mutmaßlich richtigen Mordverdächtigen eröffnet.

Der geständige Zhao Zhihong steht seit Montag vor dem Volksgerichtshof in Hohhot in der Inneren Mongolei wegen der Vergewaltigung und Erdrosselung einer jungen Frau im Jahr 1996 vor Gericht, wie die Justiz mitteilte. Nur zwei Monate nach dem Verbrechen war der 18-jährige Hugjiltu hingerichtet worden; er hatte die Tat nach einem 48-stündigen Verhör eingeräumt.

Dass es sich dabei um einen dramatischen Justizirrtum handelte, räumten die Behörden erst im Dezember offiziell ein. Es ist einer der höchst seltenen Fälle, in denen die von der Kommunistischen Partei kontrollierten Gerichte Fehler eingestehen. Die Justiz reagierte erst nach jahrelangem Zögern. Hugjiltus Eltern hatten von Beginn an gegen dessen Verurteilung - und Hinrichtung - protestiert. Und Zhao hatte schon 2005 gestanden, dass er 1996 die Frau getötet habe.

Der Verdächtige war damals verhaftet worden und gab an, mehr als ein Dutzend Frauen vergewaltigt und ermordet zu haben. Dennoch dauerte es noch neun Jahre, bis der Fall von 1996 wieder aufgerollt und Hugjiltu freigesprochen wurde. Das Urteil gegen Zhao wird noch für diese Woche erwartet.

Die Verurteilungsrate liegt in China bei fast hundert Prozent. Falsche, erzwungene Geständnisse sind an der Tagesordnung. Das Land richtet mehr Menschen hin als alle anderen Länder zusammen, auch wenn die Zahl zurückgeht. 2013 wurden einer Menschenrechtsgruppe zufolge in China 2400 Menschen hingerichtet.

AFP

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