Fährunglück vor Tonga: Kapitän beschuldigt Regierung

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Ein Rettungsboot mit Überlebenden des Fährunglücks legt im Hafen der Insel Pulupaki an.

Tonga - Vier Tage nach dem Schiffsunglück vor der Pazifikinsel Tonga mit vermutlich 95 Toten - darunter zwei Opfer aus München - hat der Kapitän der Fähre der Regierung die Verantwortung zugewiesen.

Er sei unter Druck gesetzt worden, in See zu stechen, obwohl die Fähre technische Probleme gehabt habe, sagte Maka Tuputupu am Montag. “Die Regierung weiß alles über das Schiff. Sie wissen es, weil sie es überprüft haben“, sagte er dem neuseeländischen Sender TV3.

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Die Regierung hat bislang erklärt, die Fähre sei einwandfrei gewesen. Unterdessen bestand praktisch keine Hoffnung mehr, noch Überlebende zu bergen. Die Suche nach den 93 Vermissten wurde wegen heftigen Seegangs vorerst eingestellt. Noch vermisst werden unter anderem zehn Kinder sowie zwei Deutsche, zwei Franzosen und ein Japaner.

Unmittelbar nach dem Kentern und Sinken der “Princess Ashika“ in der Nacht zum Donnerstag wurden 54 Überlebende gerettet und zwei Leichen geborgen. Die genaue Ursache des Unglücks rund 90 Kilometer nordöstlich der tongaischen Hauptstadt Nuku'alofa war am Montag weiterhin unbekannt. Überlebende sagten, die Fähre habe stark geschwankt, und Wellen hätten das untere Deck überflutet.

Die Regierung kündigte die Einsetzung einer Untersuchungskommission an. Am (morgigen) Dienstag soll zudem das Parlament zu einer Sondersitzung zusammentreten. Das Schiff war für 200 Passagiere plus Besatzung zugelassen, an Bord befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks nach amtlichen Angaben 149 Personen. Tonga mit seinen rund 120.000 Einwohnern ist ein Archipel aus 169 Inseln, die östlich von Neuseeland im Südpazifik liegen.

ap

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