Mutter von "Sewol"-Opfer

Fährunglück: Erste Klage auf Schadenersatz

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Die Mutter eine auf der "Sewol" ums Leben gekommenen Kindes klagt auf Entschädigung.

Seoul - Nach dem Fährunglück in Südkorea mit fast 300 Toten ist eine erste Schadenersatzklage eingereicht worden. Eine Mutter, die ihr Kind bei dem Unfall verlor, verlangt umgerechnet 22.000 Euro.

Die Frau will von der Regierung und den Eignern der "Sewol" entschädigt werden, wie ein Gerichtssprecher am Freitag in Seoul mitteilte. Die Klägerin stützt sich auf bisher veröffentlichte Untersuchungsergebnisse und bemängelt unter anderem, dass die Stabilität des Schiffes durch Umbaumaßnahmen und eine Überladung beeinträchtigt gewesen sei.

Das Fährunternehmen Chonghaejin Marine Co. habe zudem die Sicherheitsausbildung seiner Mitarbeiter vernachlässigt, während die staatlichen Behörden "sehr nachlässig" bei der Zulassung und der Aufsicht des Schiffes vorgegangen seien, hieß es in der Klageschrift. Die geforderte Entschädigung könne sich um das 20-Fache erhöhen, sollten die Ermittlungen und die Prozesse gegen die Verantwortlichen neue Erkenntnisse liefern, erklärte die Klägerin.

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Die "Sewol" war Mitte April mit 476 Menschen an Bord gekentert, 292 Menschen wurden nach offiziellen Angaben bei dem Unglück getötet, zwölf weitere galten bis Freitag noch als vermisst. Die meisten Opfer waren Schüler auf einem Ausflug. Der Großteil der Crew rettete sich rechtzeitig, ihnen wird deshalb unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Offensichtlich führte eine Mischung aus Inkompetenz, Missachtung der Sicherheitsregeln und mangelnder Kontrolle zu der Katastrophe.

Am Dienstag hatte in der südwestkoreanischen Stadt Gwangju der Prozess gegen die überlebenden Besatzungsmitglieder begonnen. Kapitän Lee Joon Seok und drei seiner Untergebenen sind der "fahrlässigen Tötung" in besonders schwerem Fall angeklagt, ihnen droht die Todesstrafe.

bfi/jah

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