Facebook-Mord-Prozess: lange Haftstrafen für Eltern

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Der Angeklagte wird in den Gerichtssaal geführt. Foto: Ralf Roeger

Mord aus falschem Verdacht: Eltern töten mit einem Bekannten einen jungen Mann, der über Facebook Kontakt zu ihrer Tochter aufgenommen hat. Sie und ein Freund müssen lebenslang in Haft.

Aachen (dpa) - Für die Ermordung eines unschuldigen Mannes, der im Internet Kontakt zu einer Zwölfjährigen aufgenommen hatte, sind deren Eltern und ein Helfer zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Sie hätten einen völlig falschen Verdacht gehabt, stellten die Richter heute bei der Urteilsverkündung fest. Die Eltern hätten dem ihnen unbekannten 29-Jährigen unterstellt, dass er ein Pädophiler sei und bei einem früheren Kontakt über Facebook Nacktfotos ihrer Tochter erschlichen habe.

Mit der Hilfe einer Bekannten hätten die Drei - der 39 Jahre alte Vater, die 31 Jahre alte Ehefrau und ein 26 Jahre alter Freund der Familie - den Mann im August letzten Jahres in Eschweiler bei Aachen in einen Hinterhalt gelockt, um ihn zu töten. Vorher hätten sie reichlich Alkohol und Drogen konsumiert. Der Vater habe den jungen Mann mit einem Bajonettmesser erstochen. Für ihn stellten die Richter die besondere Schwere der Schuld fest. Damit kann er nicht schon nach 15 Jahren einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung stellen.

Eine Bekannte, die sich als Lockvogel mit dem Opfer an der entlegenen Stelle verabredet hatte, wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Haft wegen Beihilfe zur gefährlichen Körperverletzung verurteilt. Freigesprochen wurde ein Mitangeklagter, der während der Tat auf die Kinder des Elternpaares aufgepasst hat.

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