Zahlreiche Verletzte in Bangladesch

Explosion mit mehr als 30 Toten: Fabrikbesitzer angezeigt

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Die Katastrophe hatte wohl ein Boiler ausgelöst.

Dhaka - Erneut wird in Bangladesch der Arbeitsplatz in einer Fabrik zur tödlichen Falle: Bei einer Explosion und einem Feuer wurden mindestens 29 Menschen getötet und zahlreiche verletzt.

Nach einer Explosion und mehr als 30 Toten in einer Verpackungsfabrik in Bangladesch hat der Vater eines Opfers den Fabrikbesitzer und sieben weitere Verdächtige wegen fahrlässiger Tötung angezeigt. Das bestätigte Feroz Talukder von der Polizei in der Hauptstadt Dhaka am Montag. Demnach richtet sich die Anzeige gegen Syed Mokbul Hussain, Vorstandsvorsitzender der Betreibergesellschaft Tampaco Foils und ehemaliger Parlamentsabgeordneter.

Am Samstagmorgen war in dem vierstöckigen Fabrikgebäude im Industriegebiet Tongi rund 20 Kilometer nördlich von Dhaka nach einer Explosion ein Feuer ausgebrochen. Das Gebäude stürzte schließlich ein.

Bis Montagmorgen betrug die Zahl der Todesopfer laut Behörden 31, mehr als 50 Menschen wurden mit teils schweren Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Eine erste Untersuchung der Brandursache deutete den Angaben zufolge auf die Explosion eines Druckkessels oder auf ein Gasleck hin. In der Fabrik wurden Verpackungen für Tabak und andere Konsumgüter hergestellt, das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Zulieferer für Dutzende, auch internationale, Konzerne.

Fabrik-Unfälle in Bangladesh

Immer wieder gibt es in Fabriken des bitterarmen südasiatischen Landes schwere Unfälle. Erst im August hatten sich durch die Explosion eines Ammoniak-Tanks in einer Düngemittelfabrik in Bangladesch giftige Gase in weiten Teilen der Großstadt Chittagong ausgebreitet. Mehr als 200 Menschen mussten ärztlich behandelt werden, hunderte wurden in Sicherheit gebracht.

Im April 2013 war der Fabrikkomplex Rana Plaza in einem Vorort von Dhaka eingestürzt. 1138 Menschen starben. Später stellten Ermittler fest, dass das achtstöckige Komplex aus minderwertigem Material gebaut worden war und die Fabrikmanager die Arbeiter trotz bereits sichtbarer Risse gezwungen hatten, ins Gebäude zu gehen. 

Blick hinter die Kulissen: Schattenseiten der Modeindustrie

Ein Besucher neben Bildern von Anne Friesel. Die Ausstellung "Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode" läuft erzeit im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Foto: Malte Christians
Ein Besucher neben Bildern von Anne Friesel. Die Ausstellung "Fast Fashion. Die Schattenseiten der Mode" läuft erzeit im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg. Foto: Malte Christians © Malte Christians
Eine Besucherin schaut sich Bilder des Fotografen Paolo Woods an. Foto: Malte Christians
Eine Besucherin schaut sich Bilder des Fotografen Paolo Woods an. Foto: Malte Christians © Malte Christians
Kleidung aus ökologischen Materialien, ein Beispiel für Slow Fashion. Foto: Malte Christians
Kleidung aus ökologischen Materialien, ein Beispiel für Slow Fashion. Foto: Malte Christians © Malte Christians
Günstig produzierte Massenware ist ebenso Bestandteil der Ausstellung. Foto: Malte Christians
Günstig produzierte Massenware ist ebenso Bestandteil der Ausstellung. Foto: Malte Christians © Malte Christians
Eine Besucherin neben Bildern über das Leben und den Kampf von Textilarbeiterinnen. Die Ausstellung ist vom 20.03.2015 bis zum 20.09.2015 zu sehen. Foto: Malte Christians
Eine Besucherin neben Bildern über das Leben und den Kampf von Textilarbeiterinnen. Die Ausstellung ist vom 20.03.2015 bis zum 20.09.2015 zu sehen. Foto: Malte Christians © Malte Christians

Nach dem Unglück im Rana Plaza hatten westliche Firmen ihre Sicherheitsauflagen für die Zulieferer in Bangladesch verschärft. Zahlreiche Fabriken, die aber nur den einheimischen Markt beliefern, unternehmen hingegen wenig für den Schutz ihrer Arbeiter.

dpa/afp

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