Expertin: AKW-Abschalten lässt  Strompreise steigen

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DIW-Expertin Claudia Kemfert

Berlin - Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet bei einem früheren Abschalten deutscher Kernkraftwerke mit steigenden Strompreisen.

Kurzfristig könnten bis zu vier oder fünf Kernreaktoren vom Netz genommen werden, dies entspreche dem Überschuss an Strom in Deutschland, sagte DIW-Expertin Claudia Kemfert am Dienstag in Berlin. “Dies ändert sich jedoch im kommenden Jahrzehnt, da viele alte Kohlekraftwerke vom Netz gehen.“

Diese deutschen AKWs müssen sofort vom Netz

Die sieben ältesten deutschen Atomkaftwerke werden für drei Monate abgeschaltet. Bis zum 15. Juni sollen die Reaktoren umfassend auf ihre Sicherheit überprüft werden. Dabei handelt es sich um die folgenden AKWs: © dpa
Biblis A (Hessen) © dpa
Biblis B (Hessen) © dpa
Neckarwestheim 1 (Baden-Württemberg) © dpa
Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) © dpa
Isar 1 (Bayern) © dpa
Unterweser (Niedersachsen) © dpa
Philippsburg (Baden-Württemberg) © dpa

Eine frühe Abschaltung der Reaktoren müsste nach Angaben Kemferts durch einen teilweisen Zubau von Kohlekraftwerken kompensiert werden. Somit würden die Kohlendioxid-Emissionen (CO2) steigen und somit auch die Preise für den Ausstoß des klimaschädlichen Gases: “Das würde die Strompreise tendenziell steigen lassen.“

Für die Betreiber der Atomkraftwerke würden Zusatzgewinne wegfallen, die durch den Weiterbetrieb der Reaktoren entstehen, sagte die DIW-Expertin. Zudem müssten sie so rasch wie möglich in Alternativen investieren: “Und dies werden in erster Linie Kohlekraftwerke sein.“

dpa

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