Experten: Killer-Eisbär war hungrig

Oslo - Hunger hat einen norwegischen Eisbären nach Expertenansicht zum tödlichen Angriff auf einen 17-jährigen Briten getrieben.

Eine Untersuchung des Raubtiers habe am Sonntag ergeben, dass der Bär wenig Körperfett und eine leeren Magen gehabt habe, sagte Behördensprecher Erik Nygaard dem Rundfunksender NRK.

Der Bär hatte am Freitag eine Gruppe von Naturliebhabern angegriffen, die auf der Polarinsel Spitzbergen zelteten. Das Tier tötete einen 17-Jährigen und verletzte vier weitere Menschen. Danach erschossen die Angegriffenen den Bären. Es war die erste tödliche Bärenattacke auf Spitzbergen seit 16 Jahren.

Fachleute untersuchten den Kadaver des Bären in Longyearbyen, etwa 40 Kilometer vom Ort des blutigen Geschehens entfernt. Sie stellten fest, dass der Bär nur etwa 250 Kilo wog und offenbar Hunger litt. Das Tier hatte unbemerkt ein Warnsystem mit Drähten rund um die Zelte der Angegriffenen überwunden, teilte die örtliche Behörde mit.

Auf und rund um Spitzbergen leben etwa 3000 Eisbären. Ausflüge müssen in der Regel bei der Verwaltung angemeldet werden. Sie dürfen nur bewaffnet unternommen werden. Zuletzt waren 1995 zwei Menschen am Rand von Longyearbyen von einem Eisbären getötet worden.

dpa

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