Nach Bombenfunden

Riesige Evakuierungsaktionen in Koblenz und Frankfurt

Eine Patientin des Bürgerhospitals wird in Frankfurt in ein anderes Krankenhaus verlegt. Foto: Frank Rumpenhorst
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Eine Patientin des Bürgerhospitals wird in Frankfurt in ein anderes Krankenhaus verlegt. Foto: Frank Rumpenhorst
Die Intensivstation des Brüderkrankenhauses ist menschenleer. Foto: Thomas Frey
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Die Intensivstation des Brüderkrankenhauses ist menschenleer. Foto: Thomas Frey
Frank Bender vom Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz inspiziert die Bombe. Foto: Thomas Frey
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Frank Bender vom Kampfmittelräumdienst Rheinland-Pfalz inspiziert die Bombe. Foto: Thomas Frey
Rettungsdienstmitarbeiter werden für die Evakuierung von Krankenhäusern und Altenheimen eingewiesen. Foto: Thomas Frey
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Rettungsdienstmitarbeiter werden für die Evakuierung von Krankenhäusern und Altenheimen eingewiesen. Foto: Thomas Frey
In Frankfurt läuft mit gut 70.000 Betroffenen die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. Foto: Frank Rumpenhorst
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In Frankfurt läuft mit gut 70.000 Betroffenen die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. Foto: Frank Rumpenhorst

Die Folgen des Zweiten Weltkriegs reichen bis in die Gegenwart: In Frankfurt und Koblenz müssen nach Bombenfunden Zehntausende ihre Wohnungen verlassen.

Frankfurt/Main/Koblenz (dpa) - Mehr als 90.000 Menschen müssen in Frankfurt und Koblenz an diesem Wochenende ihre Wohnungen verlassen, weil in ihrer Nähe Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden wurden.

In Frankfurt läuft derzeit mit gut 70.000 Betroffenen die größte Evakuierungsaktion in der Geschichte der Bundesrepublik. Dort soll am Sonntag eine 1,8 Tonnen schwere Luftmine unschädlich gemacht werden. Aus der Sperrzone wurden bereits Patienten aus zwei Krankenhäusern verlegt, wie Sprecher von Polizei und Feuerwehr berichteten. Außer dem Bürgerhospital und dem Marienkrankenhaus müssen noch zehn Altenheime geräumt werden.

Von der größten Geburtsstation Hessens im Frankfurter Bürgerhospital wurde mittlerweile das letzte Baby in eine umliegende Klinik verlegt, wie Steffen Kunzmann, Chefarzt der Neonatologie, sagte. Bereits seit Donnerstag seien nach und nach Neugeborene wegtransportiert worden. Insgesamt waren 20 Babys betroffen.

Außerdem mussten aus dem 320-Betten-Haus laut Klinikangaben etwas mehr als 100 erwachsene Patienten umtransportiert werden. Auf der Nibelungenallee bildeten Rettungswagen vor der Klinik eine lange Warteschlange, bevor sie auf den Klinikhof fahren und Patienten übernehmen konnten.

In Koblenz hat die Entschärfungsaktion mit geringer Verzögerung begonnen. Einige Bürger wollten ihre Wohnungen in der Sperrzone erst nach intensiveren Gesprächen verlassen. In zwei Fällen hätten Wohnungen vom Ordnungsamt geräumt werden müssen, sagte ein Feuerwehrsprecher. Schließlich wurde um 15.25 Uhr das Gebiet für den Kampfmittelräumdienst freigegeben. Ursprünglich war geplant, dass die Entschärfung gegen 15.00 Uhr beginnt. Zuvor hatte der Südwestrundfunk (SWR) darüber berichtet.

Wegen der Entschärfung einer großen Weltkriegsbombe müssen fast ein Fünftel der 113 000 Einwohner von Koblenz seine Wohnungen und Häuser verlassen. Geräumt wurde eine Sperrzone mit einem Radius von einem Kilometer. Darin leben 21 000 Menschen. In dem Gebiet liegen auch zwei Bahnhöfe, ein Krankenhaus, zwei Altenheime, das Bundesarchiv, Schulen und Kitas sowie das Koblenzer Gefängnis. Dessen Häftlinge waren schon zuvor auf andere Justizvollzugsanstalten verteilt worden.

Der 500-Kilogramm-Blindgänger US-amerikanischer Herkunft war am Montag bei Bauarbeiten für einen Kindergarten gefunden worden.

Bis zu 250.000 im Zweiten Weltkrieg über Deutschland abgeworfene Bomben sollen nicht explodiert sein. Zigtausende von ihnen schlummern noch unentdeckt im Erdreich, manche metertief, andere nur knapp unter der Oberfläche. Experten gehen davon aus, dass das Aufspüren und Beseitigen der Bomben noch Jahrzehnte dauern wird. Das Ruhrgebiet und der Niederrhein, aber auch Großstädte wie Dresden, Hamburg oder Hannover sind besonders betroffen.

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