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Staatsanwalt dementiert neue Beweise im Fall Maddie: „Totaler Blödsinn“

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Von: Fabian Raddatz

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Madeleine McCann wird seit 2007 vermisst. Das Schicksal der kleinen Maddie bewegt die Welt.
Madeleine McCann wird seit 2007 vermisst. Das Schicksal der kleinen Maddie bewegt die Welt. © AP/dpa

Medien berichteten von einem Durchbruch und neuen Beweisen im Fall Maddie McCann. Nun äußert sich der Staatsanwalt - und dementiert vehement.

Update vom 05. Mai, 16.15 Uhr: Es gibt wieder neue Entwicklungen im Fall Maddie McCann. Am Mittwoch (04. Mai) berichteten Medien, darunter die Sun aus Großbritannien als erstes, dass es neue Hinweise rund um das Verschwinden des Mädchens vor mittlerweile 15 Jahren gäbe. Von Durchbruch und neuen Beweisen war die Rede, die durch ein TV-Interview aus dem portugiesischen Fernsehen genährt wurden. Die Aussagen, auf die sich die Berichte stützten, stammen von Hans Christian Wolters von der Staatsanwaltschaft Braunschweig. Wolters selber stellte nun allerdings gegenüber merkur.de klar, dass die angeblich neuen Beweise frei erfunden seien.

Staatsanwalt dementiert neue Beweise im Fall Maddie: „Totaler Blödsinn“

Konkret ging es darum, dass Faserspuren, angeblich vom Pyjama des vermissten Mädchens, in einem Van entdeckt worden sein sollen, der dem im Fall verdächtigen Christian B. gehört. Auch kreiszeitung.de griff die Berichte über die neuen Spuren auf (siehe Erstmeldung). Im Interview mit Sandra Felgueiras vom portugiesischen TV-Sender CMTV dementierte Wolters die Frage zu neuen Beweisen nicht.

„Zu den weiteren Ermittlungsergebnissen und einzelnen Beweismitteln kann ich derzeit nichts sagen. Auf eine konkrete Nachfrage, die sich auf etwaige Spuren aus einem Fahrzeug des Beschuldigten bezog (von Faserspuren war aber insoweit keine Rede), habe ich geäußert, dass ich dazu nichts sage. Ich hab es auch nicht dementiert, sondern schlicht erklärt, dass wir dazu nichts sagen möchten. Das ist alles“, zitiert der merkur.de Staatsanwalt Wolters.

Fall Maddie McCann: Berichte über angeblichen Durchbruch

Erstmeldung: Braunschweig – Es wäre eine Sensation: Offenbar haben Ermittler im Vermisstenfall Maddie McCann einen Durchbruch erzielt. Das berichtet die britische Zeitung The Sun und beruft sich dabei auf Hans-Christian Wolters, Sprecher der Braunschweiger Staatsanwaltschaft. Er sagt: „Wir haben neue Fakten und Beweise gefunden.“

Neue Fakten im Fall Maddie McCann: „Wir sind uns sicher, dass Christian B. der Mörder von Maddie ist“

Wie The Sun berichtet, sollen Ermittler Fasern in einem Bus gefunden haben, die möglicherweise von Maddies Pyjama stammen, den sie am Tag ihres Verschwindens trug. Das Fahrzeug gehörte Christian B. Der Fund würde ihn in einen direkten Zusammenhang mit dem Vermisstenfall bringen. Das war den Ermittlern bislang nicht gelungen.

„Es sind keine forensischen Beweise, aber Beweise. Und aufgrund dieser Beweise sind wir uns sicher, dass Christian B. der Mörder von Maddie ist“, so Wolters. Seine Aussagen stammen aus einem Interview mit dem portugiesischen Fernsehen, das die Journalistin Sandra Felgueiras führte und am Dienstag, 3. Mai 2022, ausgestrahlt wurde. Über das Gespräch zum Fall Maddie berichtet auch Merkur.de.

„Stimmt es, dass sie etwas, das Maddie gehört, in einem gelb-weißen VW-Bus gefunden haben, den Christian B. zu der Zeit gefahren hat?“, wollte Felgueiras in dem Interview von Wolters wissen. Seine Antwort: „Auf Details der Ermittlung kann ich nicht eingehen.“ Felgueiras hakte nach: „Aber sie können es auch nicht leugnen, oder?“ Wolters: „Das will ich nicht leugnen.“

Später hat der Staatsanwalt dann noch angefügt, „weil der Verdächtige noch nicht informiert wurde“.

Ist Christian B. Maddies Mörder? Er beteuert: Habe „fast nichts“ getan

Der Deutsche Christian B. gilt seit zwei Jahren als Hauptverdächtiger im Vermisstenfall Maddie McCann. Der 45-Jährige sitzt derzeit in Niedersachsen in Haft, wegen der Vergewaltigung einer Rentnerin. Die portugiesische Staatsanwaltschaft erklärte den Häftling in Oldenburg vor einigen Tagen zu einem „formellen Verdächtigen“.

Dies wird aber nur als technischer Kniff gewertet, damit der Fall nicht verjährt. Vor wenigen Tagen sorgte ein Brief für Schlagzeilen, den B. geschrieben haben soll. Darin beteuert Christian B. „fast nichts“ getan zu haben.

Trotz allem gilt für den 45-jährigen Verdächtigen nach wie vor die Unschuldsvermutung. Es bleibt weiterhin unklar, ob dem mehrfach vorbestraften Mann eine Beteiligung am Verbrechen von Maddie McCann nachgewiesen werden kann.

Offenbar Durchbruch im Fall Maddie McCann: Seit 15 Jahren verschwunden

Die damals dreijährige Madeleine McCann – wie Maddie mit vollem Namen heißt – verschwand am 3. Mai 2007 aus einem Ferienappartement im portugiesischen Praia da Luz. Seitdem bewegt der Fall Menschen weltweit. Jedes neue Detail wurde zur Schlagzeile.

Der gestrige Dienstag, 3. Mai 2022, markierte den 15. Jahrestag von Maddies Verschwinden. Bis heute haben ihre Eltern die Hoffnung nicht aufgegeben, ihre Tochter eines Tages wiederzusehen. So schrieb das Paar vor wenigen Tagen: „Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gering sein sollte, haben wir die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Madeleine noch immer am Leben ist und wir mit ihr vereint werden.“

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