Ermittler durchsuchen Uniklinik-Räume im Hygieneskandal

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Ein Ermittlungsbeamter trägt auf dem Gelände des Mannheimer Universitätsklinikums beschlagnahmte Unterlagen in einen Polizeiwagen. Foto: Uwe Anspach

Mannheim (dpa) - Der Hygieneskandal setzt das Mannheimer Uniklinikum immer stärker unter Druck. Mehrere Staatsanwälte durchsuchten am Mittwoch Krankenhausräume, um Unterlagen sicherzustellen. Das OP-Programm ist schon seit knapp zwei Wochen drastisch zurückgefahren.

Nach einem Bericht von "Spiegel Online" haben Krankenhaus-Mitarbeiter schon seit längerem auf Probleme hingewiesen. Insbesondere bei der Sterilisation seien in einem Programm für anonyme Beschwerden seit mehr als zwei Jahren Defizite vermerkt. Von einer Fliege im OP-Besteck ist die Rede und von "Haaren und Knochensplittern, wo sie nicht sein sollten."

"Spiegel Online" schreibt von Dutzenden Hilferufen von Mitarbeitern. Etwa: "Wir sind kein Produktionsbetrieb, hier geht es um Menschenleben." Und: "Bitte, bitte lassen Sie es nicht dazu kommen, dass Patienten zu Tode gespart werden." Ein Kliniksprecher sagte zu dem Bericht: "Wir gehen den Vorwürfen nach. Damit müssen wir uns auseinandersetzen."

Ob die Ursachen für die Mängel in Sparzwängen liegen, ist intern umstritten. In einem offenen Brief der Fakultätsleitung hieß es, die Mängel entsprängen "dem Willen nach Kostensenkungen". Der Aufsichtsrat des Klinikums wollte am Abend hinter verschlossenen Türen zu einer Krisensitzung zusammenkommen.

Seit bei einer Überprüfung Hygienemängel festgestellt wurden, ist das Klinikum in der Defensive. Eigenen Angaben zufolge wurden unter anderem Reinigungsmaschinen für OP-Besteck zu lange nicht überprüft. Zudem fehlten Qualifizierungsnachweise für Mitarbeiter. Das Uniklinikum hat nach eigenen Angaben rund 4700 Beschäftigte und schreibt schwarze Zahlen. Im Jahr 2012 lag der Jahresüberschuss bei knapp 6 Millionen Euro.

Die Zahl der Operationen ist bereits seit knapp zwei Wochen stark eingeschränkt: Die OP-Ärzte behandeln nur noch Notfälle. Laut dem Klinikumssprecher gibt es derzeit gut 20 Operationen am Tag - statt der sonst üblichen 60. "Ich gehe davon aus, dass die OP-Ärzte derzeit in erster Linie Überstunden abbauen", sagte er.

Falls möglich, würden die Operationen verschoben. "Wenn der Leidensdruck bei Patienten zu hoch ist, wenden sie sich aber anderen Häusern zu." Wie hoch der wirtschaftliche Schaden sei, könne er noch nicht abschätzen, sagte der Sprecher. "Der Schaden an unserem guten Ruf ist natürlich enorm." Die Mitarbeiter seien sehr verunsichert.

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