Stärkstes Beben der Geschichte

Wegen Fracking? Rekord-Erdbeben in Oklahoma

Oklahoma City - In Oklahoma wird viel Öl- und Erdgas gefördert. Viele Experten glauben, dass deshalb die Erde dort häufig wackelt. Jetzt hat ein neues Beben die Bevölkerung aufgeschreckt. Es war stärker als üblich.

Ein Erdbeben der Stärke 5,6 hat am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) die Menschen im US-Bundesstaat Oklahoma aus dem Schlaf gerissen. Die Schäden blieben gering, und es gab keine Berichte über Verletzte. Das Beben löste jedoch eine neue Debatte über die Folgen der intensiven Öl- und Erdgasförderung in Oklahoma aus.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS lag das Epizentrum nordwestlich von Pawnee in etwa 6,6 Kilometern Tiefe - rund 120 Kilometer nordöstlich von Oklahoma City. In der Region hatte bereits 2013 ein Beben der gleichen Stärke die Bevölkerung aufgeschreckt.

Nach Angaben des Bürgermeisters von Pawnee, Brad Sewell, entstanden an mehreren zumeist älteren Gebäuden Schäden, etwa durch herausgebrochene Ziegelsteine. Außerdem fielen in Häusern und Läden Gegenstände von den Regalen. Die Erdstöße waren auch in umliegenden Bundesstaaten zu spüren.

Die seismischen Aktivitäten haben in Oklahoma in den vergangenen Jahren immer mehr zugenommen. Beben der Stärke drei bis vier kommen so häufig vor, dass die Bewohner sie gewohnt sind. Der „Los Angeles Times“ zufolge hat die staatliche Geologiebehörde im vergangenen Jahr festgestellt, dass die Mehrheit dieser Beben „sehr wahrscheinlich“ mit der Öl- und Gasförderung in Oklahoma zusammenhängt.

Experten führen die Beben auf die Entsorgung riesiger Mengen von Abwasser zurück, die bei konventionellen Fördermethoden und beim Fracking entstehen. Diese Flüssigkeiten werden durch sogenannte Injektionsbohrungen in tiefe Gesteinsschichten gepumpt.

Vor diesem Hintergrund ordnete Oklahomas zuständige Energie-Kontrollbehörde am Samstag die Schließung von 37 Bohrlöchern an, die zur Beseitigung von Abwässern genutzt werden. Allerdings betonte Oklahomas Geologiebehörde, dass bisher nicht klar sei, ob es einen Zusammenhang zwischen der Entsorgung und dem Beben gebe.

dpa

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