Corona-Pandemie

Ein Corona-Fall in Neuseeland: Das ganze Land macht dicht wegen Delta

Neuseeland gilt mit seinen seit März 2020 geschlossenen Grenzen als Musterbeispiel im Umgang mit dem Coronavirus. Nun muss das Land zurück in den Lockdown.

Wellington/Canberra – Ein gutes halbes Jahr hatte Neuseeland seine Ruhe, doch jetzt ist die Corona-Pandemie wieder da. Das erste Mal seit Februar ist am vergangenen Dienstag, 17. August 2021, eine Covid-19-Infektion festgestellt worden, die nicht in einer direkten Verbindung mit einer Reise ins Ausland steht.

Land in Ozeanien:Neuseeland
Hauptstadt:Wellington
Fläche:269.652 Quadratkilometer
Einwohner:5,1 Millionen (Stand der Schätzung: 2020)
Internationale Vorwahl:+64
Premierministerin:Jacinda Ardern
Staatsoberhaupt:Königin Elizabeth II.

Das ozeanische Land hat seit März 2020 die Grenzen komplett dicht und lässt nur Landsleute und deren Angehörige einreisen, die dann auch noch eine 14-tägige Quarantäne absolvieren müssen. Lediglich ins Nachbarland Australien besteht ein Reisekorridor, der aber jeder Zeit geschlossen werden kann. Eine Öffnung der Grenzen für Touristen und Urlauber ist daher nicht vor Anfang 2022 geplant*.

Lockdown in Neuseeland wegen eines Coronafalls: Aus einer Corona-Infektion werden neun weitere Covid-19-Infektionen

Seit der Entdeckung des Coronafalls sind die Infektionszahlen weiter gestiegen. Am Mittwoch, 18. August 2021, konnten aufgrund der Infektion eines 58-Jährigen aus einem Vorort von Auckland neun weitere Fälle identifiziert werden, die auf dieser Infektion zurückzuführen sind. Der Mann war seit dem 12. August ansteckend und soll sich laut Medienberichten an bis zu 23 verschiedenen Orten aufgehalten habe. Der Mann sei noch nicht geimpft gewesen.

Inzwischen ist ganz Neuseeland für mindestens drei Tage in einen harten Lockdown zurückgekehrt. Für Auckland und die benachbarte Region Coromandel gilt der Lockdown sogar für insgesamt sieben Tage. „Wir haben die Konsequenzen von zu langem Warten in anderen Ländern gesehen“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Premierministerin Jacinda Ardern, die die Maßnahmen verkündet hatte und damit konkret das Nachbarland Australien meinte – auch mit Blick auf die Delta-Variante, die das Virus noch einmal gefährlicher gemacht habe.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern verkündet auf einer Pressekonferenz die Öffnungsstrategie ihres Landes. Ab Anfang 2022 sollen Touristen wieder einreisen dürfen.

Trotz der harten Maßnahmen wisse man, dass die Strategie, sich komplett abzuschotten, funktioniere: „Wir müssen einfach so weitermachen“, erklärte Ardern. Dabei ist sich die Premierministerin durchaus bewusst, was für eine Herausforderung ein abermaliger Lockdown für das gesamte Land darstellt.

Australiens Infektionszahlen steigen wieder an: Einwohner wollen sich an Lockdown nicht mehr halten

Ganz anders als in Neuseeland sieht es derzeit im Nachbarland Australien aus. Trotz eines harten Lockdowns, der seit Wochen gilt, schnellen hier die Infektionszahlen wieder kräftig in die Höhe, weswegen auch bald der Reisekorridor nach Neuseeland geschlossen werden könnte.

Denn, die Australier wollen sich nicht mehr an den Lockdown halten, zu lange gilt er bereits. Deswegen hat man sich hier auch jetzt zum Ziel gemacht, die Impfkampagne anzukurbeln. 80 Prozent der Bürger sollen bis Jahresende gegen eine Covid-19-Erkrankung geimpft werden. Momentan sind es gerade einmal 41 Prozent der über 16-Jährigem die eine erste Impfung bekommen haben. Eine zweite Impfung haben hingegen erst rund 22 Prozent der Bevölkerung erhalten.

Inzidenz in Australien: Streit über Corona-Vorgehen entbrannt – Abkehr von Zero-Covid-Strategie?

Und so ist gerade ein Richtungsstreit in Down Under entbrannt. Denn, viel besser als das restliche Land steht derzeit Westaustralien da. Dessen Premierminister Mark McGowan ist Befürworter der sogenannten Zero-Covid-Strategie* und denkt überhaupt nicht daran, etwas an seiner Corona-Politik ändern zu wollen.

Schließlich sei seine Region diejenige, die in Australien am besten durch die Corona-Pandemie gekommen sei. Den Plan, die Abschottungspolitik bei einer Impfquote von 80 Prozent zu beenden, kann er nicht nachvollziehen.

Lockdown in Neuseeland wegen eines Coronafalls: Vorsichtige Öffnung für Anfang des Jahres 2022 geplant

Mark McGowans Meinung nach habe sein Bundesstaat – Westaustralien ist der reichste Bundesstaat – die Lockdowns im restlichen Land finanziert. In New South Wales etwa, dem Bundesstaat, in dem Sydney liegt, kritisiere man ihn am lautstärksten, obwohl es dort die meisten Fälle gibt. Zur Not müsse man sich eben vom Rest des Landes abschotten, lautet seine Ankündigung, Westaustralien wäre dann „eine Insel auf einer Insel“.

Und während also in Australien noch ein Richtungsstreit debattiert wird, schafft man in Neuseeland Nägel mit Köpfen und wählt: den Mittelweg. So ist eine schrittweise Öffnung des Landes ab Anfang des Jahres 2022 geplant. Dann dürfen beispielsweise Geimpfte ohne Quarantäne wieder einreisen. Allerdings: Neuseeland wird weiterhin zwischen Ländern mit niedrigen und hohen Infektionszahlen unterscheiden. Man wolle vorsichtig bleiben. Man sei einfach noch nicht in der Position, um die Grenzen wieder voll zu öffnen, so Premierministerin Ardern. * kreiszeitung.de, merkur.de und fnp.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Nick Perry/dpa

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