Dutzende Tote bei Anschlag in Pakistan

Islamabad - Selbstmordattentäter haben bei einem Anschlag auf einen muslimischen Schrein in Zentralpakistan mindestens 42 Menschen mit in den Tod gerissen. Mehr als 100 weitere wurden verletzt, viele von ihnen schwer.

Bei einem Selbstmordanschlag auf einen muslimischen Schrein in Pakistan sind am Sonntag mindestens 42 Menschen getötet und 100 weitere teils schwer verletzt worden. Zwei Selbstmordattentäter sprengten sich während der jährlichen Feier tausender Gläubiger am Grab eines sufistischen Heiligen in die Luft, wie die Behörden in der Provinz Punjab mitteilten. Die Explosionen lösten unter den Gläubigen eine Massenpanik aus. Zu der Bluttat bekannten sich die Taliban.

“Es war schrecklich. Wir rannten über Leichen und Blut“, sagte der Augenzeuge Fida Bakhsh, der vor dem Schrein in Multan einen Laden betreibt. Auf Fernsehbildern war zu sehen, wie Freiwillige blutüberströmten Opfern halfen und Rettungswagen zu Krankenhäusern rasten. Unter den Getöteten waren nach Behördenangaben neun Kinder und 14 Frauen.

Ein dritter Attentäter wurde verletzt, als seine Sprengstoffweste nicht vollständig explodierte. Er wurde laut Polizei festgenommen. Vor dem Anschlag war demnach bereits ein vierter Extremist festgesetzt worden. Ein Talibansprecher bekannte sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP zu der Selbstmordattacke.

Der Schrein im Bezirk Dera Ghazi Khan war bereits in der Vergangenheit Ziel von Anschlägen fundamentalistischer islamischer Gruppen. In den letzten drei Jahren haben militante Islamisten in Pakistan hunderte Anschläge verübt.

dapd

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