In mehreren Bundesländern

Razzia im Rockermilieu: Räume von "Osmanen" durchsucht

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Polizeibeamte beobachten in Neuss ein Treffen der türkischstämmigen Rockergruppe "Osmanen Germania". Foto: Dieter Staniek

Wieder eine Razzia bei der Rockergruppe "Osmanen". Experten stufen sie als türkisch-nationalistisch ein. Zehn Männer werden unter anderem mit Geldwäsche, Erpressung und Drogen in Verbindung gebracht.

Wiesbaden (dpa) - Die Polizei hat n fünf Bundesländern erneut Räume der rockerähnlichen Gruppierung "Osmanen" durchsucht. Bei der Aktion gegen die als türkisch-nationalistisch eingestufte Gruppe ging es um Geldwäsche, Urkundenfälschung, Erpressung und Drogenkriminalität.

Das teilten die Staatsanwaltschaft in Darmstadt und das Landeskriminalamt in Wiesbaden mit. 17 Objekte in Hessen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen seien am Morgen durchsucht worden, 15 Wohnungen und zwei Firmen. Rund 350 Polizisten waren im Einsatz, darunter auch Spezialeinheiten. Ziel sei die Sicherung von Beweismitteln gewesen.

Es wurden neben Datenträgern auch Softair-Waffen, 125 000 Euro und geringe Mengen Marihuana sichergestellt. Ermittelt wird gegen zehn Beschuldigte im Alter zwischen 29 und 56 Jahren sowie gegen zwei Firmen. Die Durchsuchung habe sich aus der Razzia im November 2016 in dem Milieu ergeben. Damals waren in sechs Bundesländern - mit Schwerpunkt Hessen - rund 50 Räume durchsucht und zahlreiche Unterlagen, Geld, Waffen und Betäubungsmittel sichergestellt worden.

Nach einer groß angelegten Razzia gegen die "Osmanen" Ende vergangenen Jahres waren drei Männer in Untersuchungshaft genommen worden. Zwei von ihnen sollen Anfang August 2016 einen Handgranaten-Anschlag auf ein Shisha-Café in Saarbrücken begangen und der dritte den Auftrag dazu gegeben haben. Dem Anschlag waren Auseinandersetzungen zwischen den "Osmanen" und den kurdischen "Bahoz" vorangegangen. Vier andere Männer waren damals vorübergehend festgenommen worden. Ob sie unter den zehn Beschuldigten der Razzia vom Dienstag sind, war zunächst unklar.

"Wir halten den Druck auf die Rockerszene in Hessen hoch", betonte Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU). "Diese Maßnahmen tun der Szene weh, und das ist auch Ziel der heutigen Durchsuchungen." Polizei und Staatsanwaltschaft in den Bundesländern hätten eng zusammengearbeitet und gezeigt, "dass der Rechtsstaat handlungsfähig ist und die organisierte Kriminalität gezielt bekämpft".

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