Dugard-Entführer zeigte "abweichendes Sexualverhalten"

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Sex-Bestie Phllip Garrido mit seiner Pflichtverteidigerin, Susan Gellman,im Gerichtssaal in Placerville (Kalifornien)

San Francisco - Der wegen Entführung und Vergewaltigung von Jaycee Lee Dugard angeklagte Phillip Garrido war in den 70er Jahren wegen “sexuell abweichendem Verhalten“ als gefährlich eingestuft worden.

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Eine Gerichtspsychiaterin beschrieb Garrido damals als tiefgestörten Mann, der in grausamen Gewalttaten sexuelle Befriedigung suchte. Er habe seine Verbrechen akribisch genau geplant. Sein Verhalten sei möglicherweise durch jahrelangen Drogenmissbrauch, darunter täglichen LSD-Konsum, beeinflusst worden. Das am Mittwoch in der “Los Angeles Times“ beschriebene Gutachten war nach Garrdios Festnahme 1976 wegen Vergewaltigung und Kidnapping erstellt worden.

Ende einer Entführung nach 18 Jahren

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Sein damaliges Opfer hatte am Montag über seinen eigenen Leidensweg und die Entführung von Jaycee Lee Dugard gesprochen. “Es ist fürchterlich, was er ihr (Dugard) angetan hat, aber ich habe keine Zweifel daran, dass er dazu fähig war“, sagte Katie Hall in der Larry King-Talkshow beim Sender CNN. Sie selbst war im Alter von 25 Jahren von Garrido verschleppt und über Stunden hinweg vergewaltigt worden.

Garrido wurde damals zu 50 Jahren Haft verurteilt, kam aber nach 11 Jahren auf Bewährung frei. In seiner Aussage vor Gericht gab der Täter damals zu, dass er ständig sexuelle Fantasien hatte, kleinen Kindern auflauerte und sich vor ihnen entblößte, berichtete der “San Francisco Chronicle“.

Nach Antritt seiner Haftstrafe ließ er den Richter wissen, dass er auf dem Weg der Besserung sei und sich den Zeugen Jehovas angeschlossen habe. “Ich schäme mich so für meine Vergangenheit. Aber meine Zukunft ist nun unter Kontrolle“, schrieb er. Wegen guter Führung wurde er 1988 entlassen. Strafexperten zufolge hätte Garrdio nach inzwischen verschärften Vorschriften länger hinter Gittern verbringen müssen.

Das Horror-Gefängnis im  Hinterhof

Das Horror-Gefängnis im Hinterhof

1991 entführte Garrido in Nordkalifornien die damals 11-jährige Jaycee Lee Dugard. Er hielt sie 18 Jahre in einem Garten hinter seinem Haus in Antioch nahe San Francisco versteckt, wo er sie auch sexuell missbrauchte. So lautet die Anklage gegen den jetzt 58- Jährigen und seine Ehefrau Nancy. Die Eheleute waren in der vergangenen Woche festgenommen worden. Jaycee und ihre beiden 11 und 15 Jahre alten Töchter, die sie während ihrer Gefangenschaft zur Welt brachte, wurden mit ihrer Familie vereint. Sie sind an einem unbekannten Ort, wo sie von Ärzten und Psychologen betreut werden.

Knochenstück auf Nachbargrundstück gefunden

Die Polizei prüft unterdessen, ob der 58-jährige vorbestrafte Sexualstraftäter in weitere Entführungsfälle sowie in mehrere Morde verwickelt ist. Es gehe dabei um das Verschwinden zweier kleiner Mädchen in der Nähe von Garridos Haus in Antioch im Jahr 1988, kurz nachdem Garrido aus dem Gefängnis kam. Zugleich werde im Zusammenhang mit mehreren ungeklärten Prostituiertenmorden in den 90er Jahren ermittelt. Eine mehrtägige Durchsuchung seine Hauses und seiner Umgebung brachte aber zunächst keine Hinweise, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Auf einem Nachbargrundstück wurde lediglich ein Knochenstück gefunden. Die Untersuchungen, ob es von einem Menschen oder einem Tier stammt, könnten Wochen dauern, hieß es.

dpa

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