Düngemittel in Flüssen lassen Fischvielfalt schrumpfen

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In überdüngten Wasser, etwa durch Stickstoff aus der Landwirtschaft, wachsen vermehrt Algen. Foto: Brent Hughes/PNAS

Düngemittel aus der Landwirtschaft in Flüssen lassen in den Mündungsgebieten den Sauerstoff schwinden. Darunter leidet die Vielfalt der Fische und auch die Fischerei.

Santa Cruz (dpa) - Zu viele Nährstoffe in Flüssen können die Fischbestände an den Mündungen schrumpfen lassen und damit auch der Fischerei schaden. Das bestätigt eine Studie, die in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften ("PNAS") veröffentlicht worden ist.

Die Autoren untersuchten die Bestände zweier Plattfisch-Arten - Parophrys vetulus und Citharichthys stigmaeus - sowie die Wasserqualität und Klimafaktoren an der Mündung des Elkhorn Slough in der Bucht von Monterey in Kalifornien über 40 Jahre.

Der Zusammenhang: Im überdüngten Wasser, etwa durch Stickstoff aus der Landwirtschaft, wachsen vermehrt Algen. Wenn sie absterben, wird dem Wasser bei ihrer Zersetzung durch Mikroorganismen Sauerstoff entzogen. "Wir haben herausgefunden, dass der Rückgang des Sauerstoffgehalts im Wasser durchgängig mit dem Rückgang der Vielfalt und der Menge der Fische im Elkhorn Slough einhergeht", wird Erstautor Brent Hughes von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz in einer Mitteilung der Universität zitiert.

"Vor allem sahen wir einen Schwund bei bestimmten Fischarten, die das Mündungsgebiet als Kinderstube nutzen", berichteten die Forscher. Dazu zählten auch etliche andere Arten, darunter Rochen und Haie.

Die Konsequenz dieser Entwicklung bekommen auch die Fischer in der Bucht zu spüren. Letztlich würde von Verbesserungen im Landmanagement auch die dortige Fischerei profitieren, betonen die Forscher. "Wir brauchen einen besseren Dialog zwischen den Verantwortlichen für Land und Meer, zwischen Bauern und Fischern, um die schädlichen Auswirkungen der Nährstoffe auf die Ökosysteme von Küste und Ozean zu verringern", erklärt Co-Autorin Mary Gleason.

Für die Ostsee hatten Wissenschaftler vor einem Jahr berichtet, dass sich die Fläche der sauerstoffarmen Todeszonen im vergangenen Jahrhundert dort mehr als verzehnfacht hat - auf 60 000 Quadratkilometer. Hauptursache ist demnach der Eintrag von Nährstoffen etwa durch die Landwirtschaft.

PNAS-Studie

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