Kurioses Unternehmen

Drei Astronauten und 26 Lego-Figuren fliegen ins All

Baikonur - Die Internationale Raumstation ISS bekommt 29 neue Mitglieder. Davon sind 26 ungewöhnliche Figuren mit an Bord und der erste Däne.

Ein Sojus-Raumschiff mit drei Astronauten - und 26 Lego-Figuren - ist am Mittwoch zur Internationalen Raumstation ISS gestartet. Die Sojus-Rakete hob planmäßig um 10.37 Uhr Ortszeit (06.37 Uhr MESZ) vom russischen Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe ab, wie die Leitzentrale der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos mitteilte. Die mit der Rakete transportierte Kapsel soll am Freitag an die ISS andocken.

An Bord sind der russische Kosmonaut Sergej Wolkow, der Kasache Aidin Aimbetow und der Däne Andreas Mogensen. Der 38-jährige Däne ist der erste Vertreter seines Landes im All. Er wurde von der Europäischen Weltraumagentur (ESA) ausgewählt. "Wir müssen neue Planeten erobern", sagte Mogensen vor seinem Abflug. "Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können." Mogensen nahm 26 speziell für diesen Anlass entworfene Lego-Figuren mit ins All, der berühmte Produzent des Kinderspielzeugs hat seinen Stammsitz in Dänemark.

Die Flugzeit der Sojus-Kapsel zur ISS ist diesmal ungewöhnlich lang. Normalerweise folgt das Andockmanöver etwa sechs Stunden nach dem Start der Rakete. Diesmal sind mehr als zwei Tage erforderlich, weil die Sojus-Kapsel unterwegs Weltraummüll ausweichen muss.

Wolkow soll länger auf der ISS bleiben, während Aimbetow und Mogensen schon am 11. September mit der Sojus-Kapsel auf die Erde zurückkehren werden. Aimbetow sprang für die britische Sängerin Sarah Brightman ein, nachdem sich die 55-Jährige im Juni aus der Mission zurückgogen hatte. Die Hintergründe wurden nicht im einzelnen mitgeteilt. Offiziell erfolgte die Absage aus "familiären Gründen". Eigentlich war Brightman als erste Raumtouristin seit sechs Jahren eingeplant. Sie sollte für den Trip 50 Millionen Euro bezahlen.

Zuletzt waren am 23. Juli der russische Kosmonaut Oleg Kononenko, der US-Astronaut Kjell Lindgren und der Japaner Kimiya Yu vom Weltraumbahnhof Baikonur zu einer 163-tägigen Mission zur ISS gestartet. Nach dem Andocken am Freitag werden erstmals seit 2013 neun Menschen in der Raumstation sein. Aimbetow und Mogensen sollen bereits in der kommenden Woche zur Erde zurückkehren - gemeinsam mit dem russischen Raumfahrer Gennadi Padalka. Dieser hält seit Juni den Rekord für die längste Aufenthaltsdauer im All. Bei der Ankunft auf der Erde soll diese Dauer 878 Tage betragen. Das sind rund zwei Jahre und fünf Monate bei seinen insgesamt fünf Raumflügen.

Der Start vom 23. Juli war der erste nach einer mehrmonatigen Pause wegen des Verlusts eines unbemannten russischen Progress-Transporters im April. Der Raumfrachter hatte den Kontakt zur Erde verloren und war in der Atmosphäre verglüht. Dies zwang eine Gruppe von Astronauten, einen zusätzlichen Monat auf der ISS zu verbringen.

An der ISS sind16 Länder beteiligt. Die Kooperation im Raumfahrtbereich zwischen Russland und dem Westen funktioniert trotz der Spannungen wegen der Krise in der Ukraine weiter reibungslos.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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