Diskussion um Airbus-Abstürze

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Ein Flugzeug der Airline Yemenia (hier eine Boeing) war Ende Juni vor den Komoren abgestürzt.

Paris - Nach den beiden Airbus-Abstürzen in den Atlantik und in den Indischen Ozean gerät die Möglichkeit von Pilotenfehlern wieder ins Blickfeld.

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Der französische Premierminister François Fillon rückte von der Pariser Kritik an der Fluggesellschaft Yemenia ab und erklärte, die Ursache des Absturzes vor den Komoren sei ungeklärt. Air-France-Gewerkschafter forderten nach dem Absturz über dem Atlantik eine bessere Pilotenausbildung.

Bei dem Yemenia-Absturz waren 152 Menschen umgekommen, darunter 66 Franzosen komorischer Abstammung. Fillon besuchte am Samstag die Komoren. Er brachte die Botschaft mit, man wisse nichts über die Absturzursache. Der komorische Präsident Ahmed Abdallah Sambi hatte zuvor Paris beschuldigt, Informationen über die Maschine zurückzuhalten.

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Unklar ist auch noch die Ursache des Absturzes des Air-France-Airbus am Pfingstmontag mit 228 Todesopfern. Nach dem Abzug der Sonargeräte am Freitag sollen Tauchroboter ab Mittwoch den Meeresgrund nach Wrackteilen und den Flugschreibern absuchen. Der “Spiegel“ berichtet, Air France komme auf 1,26 Airbus-Abstürze pro eine Million Flüge. Das sei viermal so viel wie der Durchschnitt von 0,3 Verlusten. Eine solche Statistik wurde von der Luftfahrt-Website Airsafe veröffentlicht (www.airsafe.com). Airsafe weist darauf hin, dass die Statistik keine Aussage über die Sicherheit einer Fluggesellschaft zulässt.

Der Flugkapitän Eric Tahon hatte am Donnerstag von seinem Arbeitgeber Air France “radikale Maßnahmen“ verlangt. “Air France wird den nächsten Unfall nicht überleben“, sagte das Mitglied der Gewerkschaft Alter dem Sender France Info. “Seit zehn Jahren hat man 341 Menschen getötet. Man hat drei Flugzeuge verloren.“ Air France müsse zu einer “echten Ausbildung der Piloten“ zurückkehren und die Sicherheit statt der Kosten in den Mittelpunkt stellen. Alter ist eine für harte Kritik bekannte Minderheitsgewerkschaft.

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Nach einem Unfall ohne Todesfolgen in Toronto hatte Air France 2005 einen internen Bericht angefordert, der auf Mängel bei Ausbildung und Organisation hinwies. Dieser nach seinem Autor Jean-Michel Colin benannte “Colin-Bericht“ stellte fest, die Piloten hätten “zu großes Vertrauen in die Sicherheit der Maschinen“ und unterschätzten die menschlichen Faktoren, die bei den Unfällen ganz oben stünden. Air-France-Chef Pierre-Henri Gourgeon versicherte, alle Empfehlungen des Berichtes seien umgesetzt worden.

dpa

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