Schneechaos in Deutschland

Winter schlägt zu: Tote in Osteuropa

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Starke Schneefälle (hier in Thüringen) und kalte Temperaturen machen den Menschen zu schaffen.

Berlin - Wintereinbruch zum zweiten Advent: Deutschland versinkt im Schnee. In vielen Ländern Europas herrscht Chaos im Flug- und Straßenverkehr. Mehrere Menschen in Osteuropa sterben.

Deutschland versinkt im Schnee: Zum zweiten Advent haben Eis, Schnee und Sturm den Deutschen ein extrem winterliches Wochenende beschert. In Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg wurden Spaziergänger dank ihrer Handys vorm Erfrieren gerettet. In Osteuropa erfroren mehrere Menschen. Für die Woche sagten Meteorologen mehr Schnee und Frost voraus.

In Mecklenburg-Vorpommern hatte sich ein 32-Jähriger in der Nacht zum Sonntag im Landkreis Vorpommern-Rügen im Wald verlaufen. Bei minus sechs Grad drohte er zu erfrieren. Mit dem Handy alarmierte er nach Angaben der Polizei seinen Bruder und wurde gerettet.

In einem Wald bei Hamburg-Neugraben konnte eine 22-jährige Spaziergängerin nach einem Sturz am Freitagabend nicht mehr laufen. Mit ihrem Handy rief sie Hilfe herbei. 84 Rettungskräfte von Polizei und Feuerwehr durchkämmten das Gebiet zwei Stunden bei Dunkelheit. Auch Hunde und ein Hubschrauber waren im Einsatz.

Am Samstag wurde in Berlin ein Unbekannter tot in einem Hinterhof gefunden. Die Todesursache war nach Polizeiangaben zunächst unklar. Medienberichten könnte der Mann der erste Kältetote in diesem Winter in Berlin sein.

In Schleswig-Holstein rettete ein Hubschrauberpilot der Bundespolizei einem Reh das Leben. Das Tier war auf dem Süseler See bei Eutin auf dünnem Eis festgefroren. Mit geschickten Flugmanövern blies die Hubschrauberbesatzung das Reh vom Eis ans Ufer.

Für die weitere Woche sollte das Winterwetter andauern. „Schnee, Eis und Frost werden uns auch im Laufe der Woche begleiten“, sagte eine Meteorologin des Deutsche Wetterdienstes (DWD). Autofahrer müssten sich auf Glatteis und Schneeverwehungen einstellen. Ab Wochenmitte sei mit zweistelligen Minustemperaturen zu rechnen. Gute Nachrichten für Wintersportler. Sie stürmten schon am Wochenende die Pisten, darunter zum Beispiel in Bayern.

In den Niederlanden gab es am Wochenende auf vereisten Straßen viele Unfälle. In der Provinz Friesland starb ein 45-Jähriger, dessen Wagen auf der Autobahn ins Schlittern geriet und sich überschlug.

In Moskau fielen wegen Schnee und Eisregen etliche Flüge auf den internationalen Flughäfen aus. „In diesem härtesten Winter seit 20 Jahren in Russland sind in Moskau bereits mindestens sechs Menschen erfroren“, sagte ein Sprecher des Zivilschutzministeriums der Agentur Interfax.

In Tschechien erforen am Wochenende drei Menschen, wie die Agentur CTK am Sonntag meldete. Eine 47-jährige Obdachlose wurde tot auf der Bank eines Busbahnhofs in der osttschechischen Stadt Roznov pod Radhostem gefunden. Im Norden des Landes erfroren zudem ein 67 und ein 58 Jahre alter Mann im Freien. In Bulgarien waren am Sonntag mindestens elf Orte ohne Strom.

Bundespräsident Joachim Gauck saß am Samstag mehrere Stunden in Kroatien fest. Wegen Schneetreibens war der Flughafen Zagreb geschlossen. In dem Land starben am Wochenende vier Menschen bei Schnee und Kälte. Mehr als ein halber Meter Neuschnee sorgte in Serbien für ein Verkehrschaos. Zwei Menschen starben dort in der Kälte.

Wintereinbruch: Verzögerungen und Flugausfälle in Frankfurt

Reisende am größten deutschen Flughafen in Frankfurt haben am Sonntag die Folgen des Wintereinbruchs zu spüren bekommen. Alleine am Sonntag wurden 170 Flüge gestrichen, wie der Flughafenbetreiber Fraport mitteilte. Die Räumfahrzeuge waren pausenlos im Einsatz. Das Unternehmen bat Flugreisende, sich auf den Internetportalen der Fluggesellschaften zu informieren. Schon am Freitag und für die frühen Morgenstunden am Samstag hatte die Lufthansa nach früheren Angaben rund 100 Flüge vorsorglich gestrichen.

dpa

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