Deutsche Firma will US-Strände säubern

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Mit so einem Gerät will das deutsche Unternehmen die ölverschmutzten Strände in den USA säubern.

Laupheim - Ein Fahrzeugbauer aus Baden-Württemberg steht bereit, um zu helfen, den Kampf gegen das Öl an der Küste mit aufzunehmen und ein Geschäft zu machen.

Das Unternehmen Kässbohrer bietet nämlich neben Pistenfahrzeugen auch Strandreinigungsgeräte an. Diese Geräte sollen normalerweise Zigarettenstummel, Glasscherben, Dosenverschlüsse oder Seegras entfernen. Derzeit sei ein Kässbohrer-Mitarbeiter in den USA, um den Bedarf an den Geräten zu klären, berichtet der Leiter des Bereichs Beachtech, Stefan Spindler. Es seien entsprechende Fahrzeuge zusammengezogen worden. Ferner liege eine Reservierung eines Unternehmens vor.

Aber noch sei das Öl oft zu flüssig, um es vom Strand zu entfernen. “Es muss von der Konsistenz eher fester sein, damit die Geräte zum Einsatz kommen können“, erklärt der Experte. Um die Ölklumpen vom Sand zu trennen, wird die oberste Sandschicht komplett entfernt, berichtet Spindler. Die verschmutzte Sandschicht werde abgeschabt und dann auf ein vibrierendes Siebband geführt. Durch das Rütteln fällt der gereinigte Sand durch das feine Sieb auf den Strand zurück, die schwarzen Klumpen werden in einem Behälter aufgefangen und können entsorgt werden.

Das Prinzip habe sich bewährt. Das Unternehmen berichtet, die Geräte seien bereits an der Atlantikküste nach dem Tankerunglück der “Erika“ (1999) und nach der Havarie der “Prestige“ (2002) im Einsatz gewesen; und auch im vergangenen Jahr in Australien.

BP-Chef: Wir waren schlecht vorbereitet

Der Ölkonzern BP war nach den Worten seines Chefs Tony Hayward nicht ausreichend auf einen Unfall unter Wasser vorbereitet. Dem Unternehmen fehlten die technischen Mittel, um ein solches Unglück wie auf der Bohrplattform “Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko in den Griff zu bekommen, sagte Hayward der “Financial Times“ (Donnerstag). So wie die Ölindustrie nach dem Unglück des Tankers “Exxon Valdez“ 1989 in Systeme zum Einsammeln von Öl auf der Oberfläche investiert habe, müssten nun auch technische Lösungen für Unterwasser-Unfälle geschaffen werden, forderte der BP-Chef. Das Risiko eines solchen Unfalls wie auf der Bohrplattform “Deepwater Horizon“ sei “eins zu einer Million“ gewesen. Es müsse aber auf “eins zu einer Milliarde oder eins zu einer Billion“ gesenkt werden.

BP steht nach der größten Ölkatastrophe der US-Geschichte unter heftiger Kritik und ist auch Ermittlungen der amerikanischen Justiz ausgesetzt. Während in den USA nach dem Unglück die öffentliche Meinung gegen Unterwasser-Bohrungen immer stärker wird, kämpfen die Ölkonzerne darum, die großen Vorkommen weiter ausbeuten zu dürfen.

Möglicherweise müsse das Sicherheitssystem in der Branche verändert werden, argumentierte Hayward. Im Fall von “Deepwater Horizon“ war BP zwar generell zuständig, die Verantwortung für die Sicherheit war aber zwischen verschiedenen Beteiligten geteilt. Die Plattform wurde von der Firma Transocean betrieben, der Industrie-Dienstleister Halliburton hatte das Bohrloch zementiert, und das Spezial-Unternehmen Cameron International stellte die Ausrüstung, die das Entweichen von Gasen und Öl verhindern sollte.

BP vermutet, dass es auch auf Seiten dieser Unternehmen Fehler gegeben haben könnte. In Zukunft werde der Konzern Bohrplattformen möglicherweise in Eigenregie betreiben, sagte Hayward der Zeitung. “Wir müssen uns fragen, wie wir die Risiken weiter senken können.“

BP erlitt im Kampf gegen die Ölpest am Mittwoch erneut einen Dämpfer. Der Konzern musste seinen neuen Versuch, das seit dem 20. April ausströmende Öl einzudämmen, wegen einer eingeklemmten Säge unterbrechen.

dpa

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